Maine: Landschaft, Landschaft und Lobster

Jetzt, da nach dem Covid-19-Test der Weg frei ist, Maine zu erkunden, segeln wir erst einmal weiter nach Nordosten. Ein bisschen kreuz und quer durch die an die schwedischen Schären erinnernde Landschaft mit ihren vielen felsigen Inseln.

Begünstigt durch die glatte Wasseroberfläche sehen wir mehrfach Delfine, eine kleinere Art, vielleicht auch Schweinswale, die uns beim Segeln ein Stück begleiten.

Wobei, nicht immer können wir so richtig „frei“ segeln. Da sind zum einen die Felsen unter Wasser, die hier allerdings meist gut gekennzeichnet sind, häufig mit großen Glockentonnen. Zum anderen – und das ist die anspruchsvollere Herausforderung – sehen wir in diesen ersten Tagen hier in Maine schon tausende von Fischertönnchen. Hört sich übertrieben an?

Slalomkurs. Das ist ein Fahrwasser!
Mal wunderbar zu sehen,
mal eher versteckt.

Die „Lobsterpots“ gehören zu Maine wie die Hummer, deren Fallen sie markieren. Unfassbare 100.000 t des Amerikanischen Hummers werden jährlich gefangen (nicht allein, aber eben doch zu einem großen Teil in Maine). Trotz dieser Befischung gilt die Population als stabil bzw. sogar zunehmend. Allerdings müssen die Fischer ihre Fallen zunehmend weiter draußen in größeren Tiefen aufstellen, weil die Wassertemperatur in Küstennähe spürbar angestiegen ist und die Lobster in tieferes kälteres Wasser ausweichen. 19,4 Grad Celsius messen wir heute unter Flora.

Ebenfalls typisch für Maine sind die Kiefern, die nicht nur viele der Inseln bedecken, sondern auch große Teile des Festlandes. Der offizielle Beiname des Bundesstaates ist denn auch „The Pine State“, der Kiefernstaat. An unserem ersten Ankerplatz in einer Bucht bei Small Point Harbor lassen wir die Drohne fliegen und können ganz gut erkennen, woher dieser Beiname kommt.

Rechts von dem Sandstrand auf dem Bild schließt sich der namensgebenden kleine Hafen an. Keine angelegte Marina, sondern ein Naturhafen in einem schmalen Meeresarm, in dem an Bojen kleine Fischerboote, Motorbötchen und auch kleinere Segelboote der versteckt zwischen den Bäumen liegenden Häuser liegen.

Kleines Video dazu gibt’s HIER.

Draußen in unserer Ankerbucht liegen wir dagegen fast allein, nur ein Einhandsegler kommt kurz vor Sonnenuntergang noch hinzu und ankert ein Stück hinter uns.

Für den nächsten Tag verholen wir uns wiederum weiter nach Nordosten, diesmal machen wir zur Abwechslung an einer Boje im belebteren Boothbay Harbor fest. Große Bojenfelder belegen den ganzen inneren Teil der Bucht. Weiter draußen könnten wir zwar ankern, aber die Bojen sind mit 35 $ pro Nacht eher günstig. Wir liegen vor dem Ostufer, wo es zwar auch zwei kleinere Marinas und eine Bootstankstelle gibt, das ansonsten aber eher von den aktiven Lobsterfischern geprägt ist, während sich der durchaus hübsche aber eher touristischere Ortskern am Westufer findet. Eine wiederaufgebaute historische Fußgängerbrücke verkürzt uns den Fußweg, denn wegen des leider zunehmend und ungeachtet meiner Reparaturversuche stotternden Dinghymotors entscheiden wir uns lieber für das nächstgelegene Dinghydock.

Auf dem Rückweg machen wir bei der Boothbay Lobster Wharf Station und bestellen uns uns Abendessen „to Dinghy“, da die rustikale Terrasse gut gefüllt ist genießen wir unseren frisch gekochten Lobster lieber im Cockpit der Flora.

Jill kommt mit ihrem Kajak vorbei gepaddelt, wünscht uns „Guten Tag“ bestellt dann auf Deutsch ein Bier bei uns. 😁 Wir kommen ins Gespräch und reichen ihr eine Dose „Schöfferhofer Grapefruit“ hinüber (hatten wir gerade in Portland gefunden). Und so gibt es zum Sonntagsfrühstück heute morgen ebenfalls lokale Leckereien, denn Jill kommt schon vor dem Frühstück erneut mit ihrem Paddelboot und bringt uns Bier aus der örtlichen Brauerei (testen wir heute Abend) und eine große Portion frische Wildblaubeeren, die zwar klein sind, aber unglaublich intensiv schmecken und perfekt zu unserem amerikanischen Frühstück mit French Toast (Arme Ritter) und Bacon passen. Und als ob das nicht schon gastfreundlich genug wäre, bietet sie uns auch an in ihrem Appartement unsere Wäsche zu waschen und zu duschen, uns zum Supermarkt zu fahren und die Familienmooring in der nächsten Ankerbucht zu nutzen. WOW.

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