Gefühlt unterwegs !?!

Heute machen wir wieder mal eine kleine Wanderung. Schon komisch, was das in der Wahrnehmung der eigenen Situation für einen Unterschied macht. Nur zwei Wochen mussten wir darauf verzichten, konnten aber ja zum einkaufen trotzdem an Land. Seit fünf Tagen ist die Ausgangssperre gelockert und es fühlt sich gleich anders an, selbst wenn man es gar nicht intensiv nutzt.

Heute nun der zweite größere Spaziergang, ein kleiner Hike auf einem unbefestigten und unbeschilderten Pfad über dem Ostufer der Carlisle Bay. Den eigentlich weiterführenden Pfad die Hügel hinauf finden wir nicht. Wir schlagen uns durchs stachlige Unterholz und drehen einen Kreis um die Stelle, wo laut unserer bisher zuverlässigen WanderApp “Komoot” der Weg sein sollte: Fehlanzeige, nur Hautkratzer sind hier zu finden. Die von uns sonst eher belächelten anknöpfbaren langen Beine an Wanderhosen scheinen uns auf einmal sehr erstrebenswert. 😛

Na gut, also zurück auf den schmalen Küstenpfad der ohnehin schon schwer genug zu erkennen ist. Die Pflanzen kuscheln hier so eng, dass sich sogar auf Kakteen Bromelien finden. Überhaupt, Kakteenliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Wir müssen aufpassen, auf dem schmalen Pfad nicht versehentlich an ihnen Halt zu suchen.

Aber auch Vögel sind hier in größerer Zahl zu hören und zu finden (bisher hatten wir ein bisschen neidisch das Frühlingsgezwitscher bei unseren Telefonaten mit Freunden in Hamburg gehört). Vielleicht eine Erinnerung daran, dass wir uns quasi seit neun Monaten im Dauer-Sommer befinden. Ist ja auch nicht schlecht. 😃 Immerhin bekomme ich heute Zuckervögel (Bananaquit) und Antillen-Haubenkolibri vor die Linse.

Einige schöne Ausblicke haben wir auch, aber mangels Weg auf den Hügel muss für den großen Überblick über unsere Ankerbucht und die Küstenlinie dann doch die Drohne herhalten:

Witzig, dass uns dieser kleine Hike irgendwie das Gefühl gibt, UNTERWEGS zu sein, wieder zu reisen. Neues zu entdecken kann auch vor der „Haustür“ (oder dem Schott des Bootes) passieren. So fühlt es sich heute an.

Zurück bei Flora springen wir erstmal ins Wasser. Beim Schnorcheln hatten wir in den letzten Tage rund ums Boot schon wunderschöne Begegnungen, zum Beispiel jede Menge große Kissenseesterne und diesen herrlichen Stachelrochen:

Das Video dazu (dann auch mit Wiebke und Flora) findet Ihr HIER ALS LINK.

Die Fischversammlung unter unserem Boot ist aber eher ein Zeichen dafür, wie schnell die Tiere sich daran gewöhnt haben, dass ich jeden Tag schnorchelnd ein bisschen am Rumpf herum schabe und ihnen damit wohl bei der Futtersuche helfe. Damit ist jetzt erstmal Schluss, denn den hier noch zu sehenden Bewuchs am unteren Rumpf und den Kiel bin ich heute Nachmittag mit Tauchausrüstung zu Leibe gerückt.

Schade, dass sich damit wohl auch unsere kleinen „Bienenfischchen“ (Baby-Riffbarsche) am Ruderspalt eine neue Bleibe suchen werden.

Ganz sicher schon ein paar Mal hat das dieser Einsiedlerkrebs gemacht, denn er ist inzwischen in einem veritablen Conch-Gehäuse eingezogen. Das dürfte unter Einsiedlerkrebsen schon als Villa gelten (sie ist etwa so groß wie der Flammenhelm aus dem letzten Blogbeitrag).

Wir möchten im Moment nicht umziehen. Wir werden mit Flora wohl noch ein paar Tage in der Carlisle Bay bleiben, aber jetzt sind wir ja gefühlt wieder etwas unterwegs.

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