Pedra de Lume

Über die Salinen von Pedra de Lume hatten wir ja schon geschrieben. 1919 wurde eine Seilbahn gebaut, um das gewonnene Salz über den Kraterrand zum kleinen Hafen zu bringen. Die aus Holzbohlen gezimmerten Trag- und Stützmasten der Seilbahn ebenso wie die aus Holz gebaute Verladestation mit der stählernen Seilbahnmechanik sind zwar längst aufgegeben, aber bei dem hiesigen Klima trotz aller Verwitterung eben doch auch im Wesentlichen erhalten. Sogar das Ende eines völlig verrosteten Tragseils hängt noch herunter. Eigentlich ist das Ganze ein Industriedenkmal in einem Freiluftmuseum, nur dass es weder gepflegt wird noch Eintritt kostet 😊. Die Stimmung dort erinnert an einen Spaghettiwestern, man meint, gleich müsse ein „Tumbleweed“-Busch durch die Geisterstadt rollen.

Und wie um diese Atmosphäre fortzuführen präsentiert sich fast unmittelbar neben der Verladestation ein Werftgelände. Rotte Holzboote und diverse durchgerostete Schiffsrümpfe sind hoch auf das Ufer gezogen, die alte Helling ist mit rostbraunen Lastkähnen ohne Boden belegt. Eine riesige Schriffsschraube gammelt pittoresk vor dem bei Ebbe hellgrün leuchtenden Algenschleim auf den Ufersteinen. Ein Fotografentraum-Farbenspiel 🤩.

Aber es kommt noch besser, denn die Werft ist eben noch nicht vollständig aufgegeben. Das Dach einer Halle ist noch intakt und unmittelbar daneben werden im improvisierten Sonnenschutz flatternder Planenreste zwei neue Fischerboote gebaut, ein kleines und ein größeres, beide traditionell mit Holzplanken auf Holzspanten. Ich frage, ob ich fotografieren darf und bekomme die Erlaubnis, lediglich ein kleines Trinkgeld wird erbeten.

200 Meter weiter, am kleinen geschützten Fischerhafen von Pedra de Lume (Pedra=Stein, Lume=Feuer, sehr passend für das Örtchen neben einem Vulkankrater) sehen wir einmal mehr, wofür diese Boote dann verwendet werden. Die bunt bemalten Kähne sind schon wieder mit langen Leinen quer über den Hafen vertäut, aber die Fischer noch mit dem Ausnehmen und Sortieren ihres Tagesfangs beschäftigt.

Das große Boot wird wohl draußen vor dem Hafen an einer Mooringboje liegen müssen, das kleine irgendwann farbenprächtig bemalt die bunte Flotte hier ergänzen.

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