Gran Canaria: Beeindruckende Landschaften und doch noch Grün

An der Südspitze von Gran Canaria hatten wir ja schon bei der Überfahrt langen hellen Sandstrand und Dünenlandschaft beobachtet. Playa Inglés und Maspalomas, die touristischen Hochburgen für die vielen Sonnenanbeter, die auf diese Insel pilgern. Rund 4,5 Millionen sollen es jährlich sein, davon rund ein Fünftel und damit der größte Anteil Deutsche. Vom Parkhaus aus geht’s erst einmal auf der Promenade am Naturschutzgebiet der Lagune „La Charca“ (einfach nur: der Teich) entlang, die vielen Wasservögeln als Brutplatz dient. Sie begrenzt zugleich die mit knapp zehn Quadratkilometern gar nicht mal so kleine Sandwüste nach Westen.

Am Palm Beach Hotel beim Leuchtturm biegen wir ostwärts auf den breiten Strand ab und können von jetzt ab wählen, ob wir die Dünen rauf und runter klettern oder bequem am flachen Strand entlang schlendern. Gerade war Neumond, also Springtide (besonders hohes Hochwasser, besonders niedriges Niedrigwasser). Deutlich zu spüren war das am Kletteraufwand von unserem Boot hinauf auf die Kaimauer bzw. dem Fahstuhleffekt bei Hochwasser. Hier am Strand macht es sich so bemerkbar, dass der Beachvolleyballplatz zwischen den Dünen noch immer unter Wasser steht, obwohl er weit hinter dem längst wieder trockenen Strandstreifen liegt.

Baden ist gar nicht so einfach, Wiebke und ich machen es trotzdem und es ist herrlich, aber immer mal wieder spült uns eine meterhohe Welle den feinen Sand überall hin oder zieht uns glatt die Beine weg 😉.

Am nächsten Tag wollen wir uns ein bisschen die Inselhauptstadt Las Palmas de GC ansehen. Um noch etwas von der Markthalle zu haben fahren wir früh los, sind dann aber von ihr nicht sehr beeindruckt. Das obere Stockwerk ist komplett geschlossen, Obst- und Gemüse-, Fleisch- und Fischstände buhlen nur im Erdgeschoss um die nicht sehr zahlreichen Kunden. Zwei Sachen sind gleichwohl interessant: zum einen scheint das Fischangebot sich zumindest jetzt doch deutlich von dem in spanischen Festlandsmarkthallen zu unterscheiden. Wir finden hier – wie übrigens auch in den Frischfisch-Bedientheken der hiesigen Supermärkte – keinen fangfrischen Thunfisch oder Schwertfisch am Stück. Lediglich von dem kleineren Bonito sehen wir ein paar Exemplare. Zum zweiten hinterlässt die Transatlantic-Segelregatta ARC sogar hier ihre Spuren. Ein Fleischstand wirbt mit dem Logo der ARC und auf Segler zugeschnittenen Servicediensten.

Später am großen Yachthafen von Las Palmas treffen wir die Crew der Segelyacht Morangie wieder. Wir haben die beiden jungen US-Amerikaner Maggie und Sam in einer Ankerbucht vor Sardinien kennengelernt, sie haben für das nächste halbe Jahr eine ähnliche Route wie wir. Jetzt ankern sie neben dem ARC-Hafen. Es ist schön, bei einem Kaffee mit ihnen zu schnacken, zu erfahren, wie es ihnen in der Zwischenzeit ergangen ist und wie sich die weitere Reiseplanung konkretisiert.

Danach geht’s für uns hinauf in die Berge, diesmal ins Zentrum der Insel. Zunächst fahren wir hoch in das Örtchen Teror, das auf gut 500 m Höhe liegt. Hier soll die Jungfrau Maria (die deshalb wenn auch erst 1912 zur Schutzheiligen der Insel erklärt wurde) im Jahr 1481 in einem Pinienbaum einigen Bewohnen der Insel erschienen sein. Das liegt somit immerhin noch zwei Jahre vor der endgültigen Eroberung der Insel durch die Spanier, die diesem Wunder mit einer Basilika am Ort, Wallfahrten und jährlichen Feierlichkeiten gedenken.

Der Ort ist schön renoviert und viele Häuser weisen noch die ehemals hier auf den Kanaren so typischen Holzbalkone auf. Wunderschön ist auch der Vorplatz der Basilika, auf dem ein uralter riesiger Lorbeerbaum Schatten spendet.

Wir suchen uns ein kleines Café am Platz und genießen die empfohlenen Süßspeisen: Mandeltorte, Schokobrownie und vor allem Polvito Uruguayo (ein Keksbrösel-Sahne-Schaumgebäck), LECKER!

Auf der Weiterfahrt sehen wir neben zunehmend mehr Grün und wunderschönen hochgewachsenen Eukalyptus-Alleebäumen an der Straße auch bis hoch zum Gipfel immer wieder die Folgen der schlimmen Brände, die Gran Canaria im August getroffen haben.

Aber zum Glück ist nicht der ganze Nationalpark betroffen, weite Teile der Kiefernwälder sind intakt geblieben und auch viele Maronenbäume haben überlebt, wenngleich einige Stämme Brandschäden aufweisen und auch die Esskastanien selbst zum Teil (ob nun wegen der Feuer oder der allgemeinen Trockenheit) nicht alle voll ausgereift scheinen.

Als wir das Wahrzeichen Gran Canarias, den in über 1800 m Höhe aufragenden Basaltfelsen Roque Nublo (=Wolkenfels) erreichen, steht die Sonne schon tief und Dunst fängt an, sich über die herrliche Szenerie zu legen.

Auf der anderen Seite des Gebirges wechselt sofort wieder die Pflanzenwelt und über unzählige Serpentinen und vorbei an immer karger werdenden Schluchten fahren wir hinunter nach Maspalomas und im Dunkeln weiter nach Puerto de Mogán.

Schön, dass wir diese anderen Seiten von Gran Canaria auch noch entdecken durften, schließlich segeln wir jetzt schon wieder weiter. Wir freuen uns auf Teneriffa 😊.

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