Salina und Panarea (und Stromboli aus der Ferne)

Die Hitze und die Trockenheit hier führen offenbar zu zahlreichen Bränden, die an den steilen Berghängen nur schwer gelöscht werden können, wir sehen das fast jeden Tag. So auch bei unserem Törn von Vulcano nach Salina: wir segeln östlich an der Insel Lipari vorbei. Auf Höhe des gleichnamigen Hauptortes der Insel kommt von hinten ein auffällig gelb-rotes Flugzeug auf, touchiert mehrfach das Wasser um die Tanks zu füllen, steigt dann wieder auf und dreht in Richtung eines Brandes jenseits des Gebirgskammes hinter der Stadt ab, wo wir nur eine große Rauchwolke sehen. Das Schauspiel mit dem Löschflugzeug wiederholt sich vor der berühmten Burgruine der größten Stadt der Inselgruppe gleich mehrfach.

Auch vor Gallipoli hatten wir dieses Schauspiel (und auch das Abwerfen des Löschwassers) schon beobachten können, dort jedoch aus weit größerer Entfernung.

Nördlich um Lipari herum segeln wir zur etwas westlich gelegenen Insel Salina mit den erloschenen Zwillingsvulkanen, wo wir auf rund 7 m Wassertiefe einen Ankerplatz vor der Steilküste südlich des Hafens Santa Marina Salina finden, wie an einer doppelten Perlenkette liegen hier die Schiffe nebeneinander. Das Wasser ist so klar das wir beim Baden und Schnorcheln über dem felsigen, mit Seegras und kleinen Sandflecken durchsetzten Grund viele Fische sehen können. Aber auch hier gibt es jedenfalls tagsüber wieder durch den stetigen Fährverkehr des nahen Hafens einigen Schwell.

Nach dem Morgenbad geht es deshalb am nächsten Tag weiter nach Panarea, der ältesten Insel des Äolischen (oder auch Liparischen) Archipels. Emma und Emil fahren erstmals das Ankerauf-Manöver und machen das gut. Bei wenig Wind segeln wir zunächst mit Code0, später muss dann doch der Motor ran. Aber die Strecke ist kurz, nur 11 sm, dann sind wir schon in der Caletta dei Zimmari angekommen, der Anker fällt in wieder traumhaft klarem Wasser auf 10 m Wassertiefe. Insgesamt ist der Ankerplatz keineswegs überfüllt, wir sind positiv überrascht. Diverse Boote ankern auch tiefer in der Bucht in seichterem Wasser, dann lässt sich allerdings der formal geforderte Mindestabstand zum Strand nicht einhalten. Tatsächlich erscheint auch ein Boot der Guardia Costiera, aber hier kümmert es sich nicht um die Yachten sondern verscheucht nur die sehr dicht am Strand ankernden Dinghys und kleinen Motorboote. Und noch ein Boot erscheint: ein Eisboot bietet besonderen Service für die Ankerlieger.

Wir denken aber, dass wir ein italienisches Gelato besser im Ort bekommen und machen mit dem Dinghy einen Ausflug in den gut eine Seemeile entfernten Ort San Pietro Panarea. uns erwartet ein schnuckeliges Örtchen, dass mit seinen fast durchweg weißen Häusern fast den Eindruck vermittelt, wir hätten uns nach Griechenland verirrt.

und auch bei näherer Betrachtung gefällt San Pietro, überall finden sich liebevolle Details wie dieser Kachelspiegel mit den historischen Inselnamen

oder nette Dekorationen.

Und immer wieder ergeben sich auch durch Gassen und Feigenbäume hindurch Ausblicke zur Nachbarinsel Stromboli.

Jetzt scheint sie ruhig dazuliegen aber in gar nicht so großen Abständen steigen dunkelgraue Aschewolken von ihr auf. Gestern Nacht konnten wir selbst von Salina aus mit bloßem Auge die nachts rot leuchtenden Fontänen der ziemlich regelmäßigen Eruptionen des von dort rund 21 sm entfernten aktiven Vulkans Stromboli beobachten. Ein imposanter Anblick und zugleich eine sehr deutliche Erinnerung, welche immensen Kräfte der Natur diese Inselgruppe entstehen ließen und noch immer hier wirken.

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