Culebrita 😎

Culebra (spanisch: die Schlange) ist ungefähr so groß wie Borkum. Kleine Nachbarinseln erhalten ja oft verniedlichende Namen der Hauptinsel, das ist hier in den Spanish Virgin Islands nicht anders als im Rest der Welt. Das östlich vorgelagerte Inselchen von rund einem Quadratkilometer Fläche (etwa ein fünftel von Hallig Hooge bei Ebbe) heißt demgemäß auch Culebrita (das Schlängelchen). Und dahin schlängeln wir uns die sechs Meilen von unserem Platz am Riff aus hinter den vorgelagerten Flachs entlang und dann noch um die Cayo Botella herum.

Warum machen wir das? Na ja, unbewohnte Inseln reizen ja immer ein bisschen, ein alter Leuchtturm darauf tut ein übriges und die Ankerbucht mit einem halbmondförmigen, palmenbestandenen Sandstrand …

Ein bisschen tricky ist, dass Schwell von allen Seiten auf die Insel zu stehen scheint. Die Ankerbucht mit den beiden Bojen ist gegen den in dieser Jahreszeit vorherrschenden Grundschwell aus Nord nur wenig geschützt ist, er macht sich im Inneren der Bucht selbst jetzt bei Südostwind bemerkbar, wenn auch etwas abgeschwächt. Trotzdem, es rollt ein bisschen. Wir finden aber jedenfalls, dass es sich trotzdem absolut lohnt.

Die Crew der „LA RIVE NORD“ sieht das genauso und so machen wir uns gemeinsam mit Kim und Chuck auf den Weg hoch zum alten Leuchtturm. Der Hike ist einfach und trotzdem schön, allerdings bei weitem nicht so kurz wie die optimistischen „15 Min“ die uns das Schild zu Beginn des Trampelpfades weismachen will. Schließlich – der Name der Insel muss ja irgendwie verdient sein – windet sich der Weg durch Mangroven an einem kleinen See vorbei und dann an der Westflanke der Insel hoch. Der Leuchtturm ist längst aufgegeben und nur noch eine (allerdings schmucke) Ruine ohne Dach – aber mit Ausblick. Wir können von hier oben sogar Buckelwale beim Springen beobachten.

Direkt von der Flora aus machen wir seit langem zum ersten Mal auch wieder einen Tauchgang. Die Strömung ist o.k., allerdings nimmt die Sicht am Riff dann leider doch deutlich ab – kein großes Wunder angesichts des Schwells, der über uns doch einiges durcheinanderwirbelt. Fühlt sich aber gut an, mal wieder etwas Praxis zu bekommen. Außerdem freut sich das Unterwasserschiff über die Streicheleinheiten mit der Restluft aus der Tauchflasche (die wir hoffentlich in Culebra wieder füllen lassen können).

Dann doch lieber schnorcheln, und da bietet sich direkt an unserer (kostenlosen) Boje ein unerwartetes Schauspiel:

Sepien oder (worauf wir tippen) vielleicht eher karibische Riffkalmare geben sich ein farbwechselndes Stelldichein an der Bojenleine und lassen uns erstaunlich nahe herankommen um sie zu beobachten. Das haben wir so noch nie erlebt.

Und auch das Inselchen selbst verwöhnt uns. Am Strand finden wir ein offenbar gerade erst von der Palme gefallene Kokosnuss. Schnell mit dem SUP zurück an Bord, die Machete holen. Ja, ich bin da noch ziemlich ungeschickt, es dauert, (man muss auch erst das richtige Ende finden 😂) aber am Ende schaffe ich es doch die Kokosnuss verletzungsfrei so zu öffnen, dass wir erst das Kokoswasser trinken und dann die weiße Kokosschicht essen können.