Work & travel

Seit Fort Lauderdale findet sich ja vorübergehend unser Chief Engineer Jan auf der Crewliste. Bei der Arbeit am “Geweih”, der Rückflussleitung der Einspritzdüsen des Volvo-Penta Dieselmotors, hatte ich ihn schon gezeigt.

Zeit also, auch mal sein Arbeitszimmer vorzustellen 😉:

Übrigens, das Weitwinkelobjektiv lässt Floras Motorraum um einiges größer erscheinen. Man muss schon so schlank sein wie Jan (und sich trotzdem noch ordentlich verbiegen), um zwischen Diesel und Generator hockend an der Einspritzung arbeiten zu können.

Und: ja, es hat geklappt, keine neuen Dieselpfützen mehr in der Motorbilge. also Zeit für neue Projekte:

Den abgestürzten Plotter durch Hard-Reset wiederbeleben und alles neu einstellen …
Die Umlenkblöcke von Großschot und Ausholer auseinandernehmen …
… auch wenn dafür die Deckenverkleidungen im Bad und in der Achterkoje ebenfalls weg müssen …
… sich so hartnäckig durch all die verkorksten Menüstrukturen und Einstellungen von Furuno-Plotter (mit Installationswizzard 🤣) und Autopilot wühlen, bis endlich auch die Steuerung nach Windwinkel funktioniert …
die USB-Steckdose am Niedergang erneuern und eine weitere zwischen den Sesseln im Salon einbauen, damit auch dort Telefone, iPads, eReader, Kameras etc. geladen werden können.

Und noch einiges mehr. Danke, Jan. Echt Urlaub auf der Flora, oder?

Aber natürlich gehts auch manchmal anders, hier auf der Isla Mujeres:

Und heute Abend kommt Catalina 😉. Dann wird’s allerdings enger im Vorschiff.

Pura Vida.

Der Chief geht von Bord

Fünf Wochen waren wir jetzt zu dritt, unser Chief Engineer Jan ist in Mindelo an Bord gekommen, hat als alter Regattahase unsere Atlantiküberquerung beschleunigt 😉, hat mit uns Weihnachten in Bequia und Silvester in den Tobago Cays gefeiert, Carriacou und Sandy Island für uns entdeckt, wir haben gemeinsam das unbewohnte Eiland Mopion erobert und sind über St. Vincent und Saint Lucia nach Martinique gesegelt. Und von hier fliegt er heute wieder nach Hamburg. Was für eine wunderschöne Zeit, auch und gerade weil wir sie gemeinsam verbringen durften.

Aber entsprechend seiner Bordfunktion auf der Flora als Leitender technischer Offizier (LI, bzw. international eben „Chief“) hat sich Jan eben auch um alles Technische an Bord gekümmert. Zwar ist auf der Atlantiküberquerung tatsächlich original NICHTS (0,0) kaputt gegangen, aber insgesamt war hier in der Karibik trotzdem immer mal wieder was zu tun.

Mal Kleinkram wie unsere wegnehmbare Cockpitbeleuchtung Loominoodle löten,
mal die wegen Herausbrechens der vom Vorbesitzer verwendeten Holzschrauben komplett verbogene Klappmechanik der Dinghyräder richten und mit dem Spiegel verbolzen,
mal das Manometer unseres Watermakers ersetzen (das Ersatzteil hatte ich schon seit Griechenland spazieren gefahren),
oder z.B. mal das Getriebeöl wechseln. Da musste dann auch der McGyver im Chief mal wieder ran, denn die Klemmmechanik im Filterdeckel wollte nicht ganz so, wie der Konstrukteur sich das wohl mal gedacht hatte. Und obwohl unser bordeigener Schraubstock bei der Reparatur der Dinghyradaufhängung das Zeitliche gesegnet hatte – Jan hat’s natürlich hingekriegt.

Selbstverständlich war da noch mehr (heute z.B. die Demontage und Neuabdichtung der etwas leckenden Backbordmittelklampe), aber wenn ich gerade Handlangerdienste mache und im technischen Lernmodus bin, kann ich nicht immer auch noch fotografieren.

Trotz der ganzen Einsätze hat der Chief manchmal auch so ausgesehen:

Ganz nebenbei ist der Chief in Personalunion auch Bordkameramann und Drohnenkapitän, Editor und Regisseur. Deshalb hier noch zwei seiner Filme 🎥:

Atlantiküberquerung
Tobago Cays

Danke, Chief. Schön, dass Du mit Catalina im Mai wieder an Bord bist.