Zurück in Neuseeland

Wir sind gut wieder auf der anderen Seite der Erde gelandet. Nur 26 Stunden nach dem Abflug in Hamburg und mit einem kurzen Zwischenstopp in Dubai landen wir in Auckland.

Große Freude: Barbara und Ralph von der Lille Venn sind extra zum Flughafen gekommen um uns zu begrüßen. Mit dem Bus fahren wir zunächst gemeinsam Richtung Stadtzentrum.

Ich beschließe spontan, mit Ralph einen Abstecher zu dem Gebrauchtwagenhändler „Turners“ zu machen. Während Ralph die Formalitäten für den Kauf eines Audi Q3 voranbringt, schaue ich mir das übrige Angebot an. Wir suchen einen kleinen SUV für maximal 6.000 Euro. Ein Nissan Dualis sticht heraus. Den reserviere ich nach einer Probefahrt und gebe gleich eine Prüfung bei „My Auto Shop“ in Auftrag. Die unabhängigen Prüfer werden gleich am nächsten Tag vorbeikommen, um den Wagen für umgerechnet nur etwa 100 € ziemlich umfangreich zu checken.

Und dann geht’s für Wiebke und mich in unsere Unterkunft direkt am Hafen, wo am Abend auch unser Berliner Segelfreund Holger ankommt. Der hatte die gemeinsame Unterkunft gebucht, er ist für drei Wochen in Neuseeland und wir können die letzten Tage vor seinem Rückflug gemeinsam verbringen.

Die externe Prüfung des Autos erweist sich als gute Investition, denn es werden drei verdeckte Mängel entdeckt. Turners sagt zwar zu, diese beseitigen zu wollen, aber am nächsten Tag stellt sich heraus, dass ein dafür erforderliches Teil nicht rechtzeitig in dieser Woche beschafft werden kann. Also neue Suche, diesmal fällt die Wahl auf einen Mitsubishi ASX. Auch der wird wieder von My Auto Shop getestet, die sehr kooperativen Turners übernehmen dafür diesmal die Kosten. Diesmal wird ein Fehler am CV joint entdeckt (einem flexiblen Gelenk an der Antriebswelle). Mit viel Glück kann Turners das Ersatzteil rechtzeitig besorgen und am Samstag einbauen, so dass wir den Wagen dann tatsächlich am Wochenende übernehmen können. Versicherungsabschluss und Ummeldung werden direkt bei Turners gemacht.

Vorher steht für Wiebke, Holger und mich allerdings noch ein Wechsel der Unterkunft an. Die ohnehin schon recht exquisite Unterkunft am direkt am Hafen steht wegen des am Wochenende stattfindenden Sail GP nur bis Freitag zur Verfügung. Wiebke ertrüffelt ein AirBnB in Aucklands beliebtem Stadtteil Ponsonby, mit seinen wunderschönen viktorianischen Holzhäusern und seinen vielen Restaurants und Läden ein spannender Kontrast zu unserer ersten Unterkunft in Downtown.

Den Sail GP erleben wir dann am Sonntag auch noch live. Die foilenden Katamarane fliegen mit bis zu 100 km/h über den Rennkurs. Das hat mit unserer eigenen Art zu segeln zwar so viel (oder wenig) zu tun wie unser neues Auto mit einem Formel1-Boliden, aber faszinierend ist es trotzdem.

Und immerhin schafft das deutsche Boot in seinen beiden Läufen einen dritten und einen zweiten Platz. Das reicht zwar nicht fürs Finale, ist aber trotzdem ein ziemlich gutes Ergebnis. Und mit den Bildern vom schlimmen Crash zwischen dem neuseeländischen und dem französischen Boot beim Rennen am Vortag im Kopf sind wir auch froh, dass es diesmal ohne Kollision abgeht.

Nach dem Rennen treffen wir uns nochmal mit Barbara und Ralph, danach fahren wir mit unserem „neuen“ Auto nach Whangārei. Morgen geht’s dann zurück zur Flora.

Von Auckland nach Hamburg, vom Herrn der Ringe zum Weihnachtsmarkt

Emirates fliegt uns von Auckland aus mit nur einem Stop in Dubai nach Hamburg. Bis Dubai geht es erst einmal knapp 18 Stunden durch die Nacht, das ist für Wiebke und mich der bisher jeweils längste Flug unseres bisherigen Lebens. Im Bordkino schaue ich mir alle drei Teile der in Neuseeland gedrehten von „Der Herr der Ringe“-Verfilmung an, jeder Teil dauert rund drei Stunden. Bleibt also noch genug Zeit, um zu schlafen. Nach drei Stunden Aufenthalt in Dubai steigen wir dann ins Flugzeug nach Hamburg. 6 Stunden, im Vergleich also ein kurzer Hüpfer. Unterwegs überfliegen wir während ich wach bin die gebirgigen Wüstengebiete von Irak und Türkei, davor und danach schlafe ich wieder.

Insofern kommen wir doch recht entspannt in Hamburg an. Kaltes Schmuddelwetter empfängt uns, aber schon am Wochenende wird es besser. da können wir sowohl bei Sonnenschein über den Wochenmarkt am Goldbek-Kanal bummeln als auch unserem EDEKA einen Besuch abstatten, um die erste Adventszeit-Grundausstattung zu besorgen:

Und auch ein Besuch auf einem der Weihnachtsmärkte (da waren wir schon seit Jahren nicht mehr) ist drin, wir entscheiden uns für den Weihnachtsmarkt am Landhaus Walter im Stadtpark.

Sehr schön. Auch im neben dem Boot „anderen“ Zuhause. Und schon ist der erste Advent vorbei.

Auf nach Auckland

Auf der Fahrt von Whangārei nach Auckland müssen wir eigentlich keine allzu lange Strecke zurücklegen, es sind ganze 155 km. Trotzdem kündigt uns das Navi eine Fahrzeit von zweieinhalb Stunden an. Die Entfernungen in Neuseeland sollten nicht unterschätzt werden, das Straßennetz ist anders ausgebaut als etwa in Deutschland. So verfügen die Kiwis insgesamt nur über 150 km Autobahn in der Nähe der Städte Auckland, Wellington und Christchurch. Immerhin sind von den 90.000 km Straße fast zwei Drittel asphaltiert. Brücken sind auf Nebenstrecken oft nur einspurig und bedingt durch die Topographie geht es auf den kurvigen Straßen oft steil bergauf und bergab. Auch auf der Staatsstraße #1, auf der wir unterwegs sind. Dafür gibt es aber auch immer wieder schöne Ausblicke:

Zunächst sehr ländlich, wird es etwa 50 Kilometer vor Auckland dann deutlich urbaner. Das Seebad Orewa verfügt über einen breiten Strand, liegt schon im Einzugsgebiet der Großstadt und dient wohl auch als Sommerfrische. Hier machen wir eine kurze Kaffeepause, bevor wir uns in den Großstadtverkehr stürzen, vor dem Jacquie und Phil uns gewarnt haben. Insbesondere die Nord-Süd-Brückenverbindung über den Waitematā Harbour ist ein echtes Nadelöhr. Kommt uns aus Hamburg irgendwie bekannt vor.

Am Ende kommen wir aber am frühen Nachmittag so gut durch, dass wir beschließen, uns vom Fernsehturm aus noch einen Überblick (im Wortsinn) von Stadt, Hafen und den Inseln im vorgelagerten Hauraki Golf zu verschaffen.

Von unserer schönen AirBnb-Unterkunft aus ist es nah hinauf zu diesem Wahrzeichen Aucklands. Aber auch nah hinunter zum Hafen. Vom Balkon aus können wir beides sehen.

Hinauf und hinunter trifft es, vom Höhenprofil erinnert uns Auckland durchaus an San Francisco.

Jetzt also erstmal rauf, und wie! Mit 328 m ist der Sky Tower in Auckland der höchste Fernsehturm der südlichen Hemisphäre. Entsprechend ist der Blick von der Aussichtsplattform wirklich atemberaubend:

Das gilt umso mehr, wenn ich dabei auf einer Glasplatte mit aufgeklebter Weihnachtsdeko stehe und an den eigenen Füßen vorbei nach unten schauen kann. Vor allem, wenn ich dabei noch bedenke, dass etwa 12.700 km genau unter mir Europa liegt, die Leute dort „umgekehrt“ also mit den Füßen zu mir auf der Erde stehen.

☺️

Und wir sind hier her gesegelt. Außen rum und damit um einiges weiter. In sechseinhalb Jahren mit ein paar zusätzlichen Umwegen einmal halb um die Welt. Und Ende der Woche brauchen wir mit dem Flugzeug nur 28 Stunden für die Reise zurück zu einem Heimatbesuch. Wow. Und Prost!