Das Gute und das Nicht-so-Gute.

Wir fangen mal mit den guten Nachrichten an. Wir haben tatsächlich kurzfristig einen Hafenplatz in der Taina Marina und auch einen Flug nach Deutschland bekommen (auch wenn der Preis für letzteren ziemlich unverschämt ist). Aber entschieden ist entschieden. Schon Freitag früh fliegen wir los, sollen Samstagabend in Hamburg ankommen.

Bevor wir die Cook’s Bay auf Moorea verlassen, präsentiert sie sich anders als am Vortag dann noch einmal von ihrer Sonnenseite:

Und nicht nur deshalb war es eine gute Entscheidung, hier einen Zwischenstopp einzulegen. Ballerten uns am Vortag der Wind und die Wellen noch genau auf die Nase, können wir jetzt wunderschön segeln. Auch wenn es nur 20 Seemeilen sind, wir genießen den Törn zurück nach Tahiti sehr. Beste Segelbedingungen, außerdem können wir noch mal den Code0 lüften und trocknen. In seiner Stautasche am Seezaun ist das Segel mit dem Flora-Logo in den letzten Tagen doch auch immer mal wieder nass geworden und für unsere geplante Abwesenheit wollen wir ihn lieber unter Deck stauen.

Zunächst mal geht es an den Ankerplatz am Flughafen, einen der wenigen offiziellen Ankerplätze Tahitis. Ist durchaus gut gefüllt, aber wir finden noch einen guten Platz gleich neben unseren Freunden Barbara und Ralph. Auf deren Lille Venn gibt es ein Fest- und Abschiedsessen.

Am nächsten Morgen wollen sie nach Moorea aufbrechen. Eigentlich. Ein Elektrowurm legt die Ankerwinsch der Lille Venn lahm. Bei der Suche kann ich (gemeinsam mit Jeroen von der My Motu) mehr oder weniger nur moralische Unterstützung und Handlangerdienste bieten, aber am Ende seiner systematischen Suche findet Ralph die versteckte Schwachstelle im Kabel.

Beim Dinghy-Cruisen durchs Ankerfeld begleitet und dann eine Weile ein Adler-Rochen, im klaren Wasser ist auch sein Schatten auf dem Sandgrund klar auszumachen.

Nachdem die Lille Venn mit Verspätung dann doch Richtung Moorea aufgebrochen ist, sagen Wiebke und ich “Hallo” bei der “Wasabi”, die mit deutscher Flagge ganz in unserer Nähe ankert. Sie laden uns zum Sundowner ein, wir haben einen schönen Abend mit Andrea und Hans-Jörg und nicht nur das. Hans-Jörg bietet uns an, am nächsten Tag mit ihm im Jeep den Dirt Track durch die Berge über die Inselmitte von Tahiti zu nehmen. Lassen wir uns natürlich nicht entgehen und es wird ein unvergessliches Erlebnis.

Mit diversen Fluss-Durchfahrten, einem „Tropfsteinhöhlen“-Tunnel, zum Teil an steilen Hängen entlang führt die zumeist einspurige, nur teilbefestigte Piste einmal durch das fast unbewohnte Zentrum der gebirgigen Insel. Schlaglöcher satt, aber ebenso Wasserfälle, Seen und atemberaubende Ausblicke im Gebirge. Das Wetter spielt ganz gut mit. Klar hängen Wolken in den Bergen, aber meist haben wir gute Sicht. Es regnet nur einmal kurz, zum Teil können wir sogar das Targa-Dach abnehmen.

Am Abend treffen wir uns dann zu sechst in einem der Restaurants an der Taina Marina. Zu Andrea, Hans-Jörg und uns beiden kommen noch Nora und Ralf von der Barbarella dazu, wieder ein schöner Abend.

Tja, und heute verlegen wir Flora dann in die Taina Marina. Wir melden uns wie gewünscht 10 Minuten vor der Einfahrt per Funk an. Das Anlegen muss dann aber erstmal warten, die Mitarbeiter der Marina klarieren von ihrem Motorboot aus und schnorchelnd erstmal einige Mooringleinen, eine Viertelstunde kreisen wir vor dem Hafen. Aber dann klappt das Manöver trotz ordentlich Wind ganz gut. Mit derzeit drei Heckmooringleinen und dem Bug zum halbhohen Schwimmsteg liegt Flora hoffentlich sicher.

Aufklarieren, Wäsche waschen in der Marina-Laundry, Hafenformalitäten und dann erste Vorbereitungen, um das Boot für einige Wochen allein zu lassen. Der Wassermacher muss für die Zeit der Nichtbenutzung „gepickelt“ werden, sonst leidet die Membran. Dazu wird ein Biozid (Metabisulfite) in 10 Litern Wasser aufgelöst, die dann von der Pumpe in die Membran gespült werden. Eigentlich. Nur leider springt die elektrische Hochdruckpumpe des Wachermachers nicht an. Gestern hatte sie noch einwandfrei funktioniert, heute: kein Mucks. Grrr. So wird aus der schnell zu erledigenden Routineaufgabe eine aufwändige Fehlersuche. Ist es der Schalter? Ein Kabel? Die Pumpe selbst? Müßig zu erwähnen, dass das Schaltpanel im Bad im Schrank, die Pumpe in der Ecke unter der Achterkoje und die Kabel quasi überall zwischen Batterie, Sicherungskasten, durch den Motorraum und die Badezimmerschränke hindurch verbaut sind. Machen wir vor der Abfahrt halt nochmal richtig Chaos im Boot. Der Fehler ist übrigens bisher noch nicht gefunden, morgen geht die Suche weiter. Immerhin konnten wir (mit etwas Fern-Hilfe durch Chief Jan) heute den Schalter als Übeltäter schon mal ausschließen.

Und nun?

Der Ankerplatz hinter dem Riff am Point Vaipahu ist belebt. “Vibrant”, wie unserer amerikanischer Nachbar es formuliert. Ausflugsboote, Tauchboote und Schnorchelboote sausen vom nahegelegenen Hilton-Resort mit seinen edlen Wasser-Bungalows durchs Ankerfeld zum Außenriff.

Wer wollte es ihnen verdenken. Dazu kommen je nach Wind die SUPs und Kayaks oder die Surf- und Kiteboards der Segler. Oder ihre Dinghys, wenn sie selbst zum Schnorcheln oder Tauchen an die Bojen außen am Riff fahren. Und – aus Seglersicht schon manchmal unangenehm – die Jet-Skis. Auch sie sausen täglich mehrmals im (geführten) Formationsflug vorbei und schaukeln uns mit ihren Wellen ziemlich durch.

Na klar, Moorea ist eben auch ein touristischer Hot Spot.

Ich muss aber zugeben, dass mir das weniger ausmacht, wenn ich mich selbst sportlich betätigen kann. Jetzt, mit meiner Beinverletzung, geht das auf absehbare Zeit nicht. Morgens kurz ins Wasser hüpfen, dabei vielleicht ein bisschen den Wasserpass schrubben? Wingkiten lernen? SUP? Kayak? Schnorcheln? Tauchen? Alles Tabu! Hiken fällt ebenfalls aus, selbst Wandern geht nicht. Und das, obwohl ringsum die traumhafte Umgebung dazu verlockt.

Bein hochlegen.

Es ist ein feiner Unterschied zwischen nichts tun müssen (oder es sich jedenfalls selbst einteilen zu können) und nicht machen DÜRFEN.

Hinsichtlich eines möglichen Deutschlandbesuchs sind wir weiter auf der Suche nach einem Liegeplatz für Flora. Gestaltet sich nicht ganz einfach, aber wir bleiben dran. Am Steg hier auf Moorea wird es nichts, da hätten wir wesentlich langfristiger buchen müssen.

Von der kleinen Werft in der Phaeton Bucht drüben in Tahiti bekommen wir ebenfalls eine Absage, weder an Land noch im Hafen sind Plätze verfügbar. In der Papeete Marina können wir nicht reservieren, müssten vor Ort sein und täglich fragen. Etwas südlicher in der Marina Taina könnte es vielleicht klappen, aber auch da wäre es besser, vor Ort zu sein.

Wir beschließen, zurück nach Tahiti zu segeln. Anker auf, los geht’s. Aber außerhalb des Riffs bläst uns der Wind kräftig genau auf die Nase, laut Wetterbericht soll er jetzt doch erst später drehen. Das Wetter ist auch eher durchwachsen mit vielen tiefhängenden Wolken. Kurzentschlossen laufen wir die nächste Bucht auf Moorea an und ankern in der Cook’s Bay vor dem Örtchen Paopao.

Klar, bei dem Wetter keine Reiseprospekt-Hochglanzschönheit. Und doch: was für eine beeindruckende Kulisse.

Und hier vor Anker bekommen wir dann doch eine ermutigende Email der Taina-Marina, dass sie uns wohl einen Platz anbieten können.

Dann werden wir jetzt mal nach Flügen suchen. 😎

Behandlung mit Panoramablick: Wandern, Ananas und Schonen vor Mooreas eindrucksvoller Kulisse

Die Landschaft auf Moorea lädt zum Wandern ein. Gleich mehrere Hikes bieten sich von unserem Ankerplatz aus an. Da wir noch ein bisschen angeschlagen sind, entscheiden wir uns gemeinsam mit Andrea und Ingo erst einmal für eine leichte Wanderung durch die Ananas-Felder.

Vor der phantastischen Kulisse der Steilen Berge Mooreas führt der sanft gewundene Weg nur leicht bergauf.

Ein Trimm-Dich-Pfad liegt an der Strecke, wir hangeln, hüpfen, machen Sit-ups.

Weiter geht es, jetzt rechts und links weite Felder, auf denen Ananas angebaut wird.

Ab und zu auch Kokospalmen, Sternfruchtbäume, kleine Waldstücke. Was für ein Panorama. Es ist ein wunderschöner Spaziergang.

Bis zu diesem letzten Bild. Denn dafür gehe ich ein Stückchen abseits des Weges. Im Unterholz versteckt sich eine kleine rostige Eisenstrebe und an der reiße ich mir den Unterschenkel auf. Die klaffende Wunde blutet ganz ordentlich, aber zum Glück haben wir im Rucksack einige Pflaster dabei.

Der Socken ist nach dem verkürzten Heimweg trotzdem mit Blut getränkt. Erst an Bord bekommen wir die Verletzung dann ordentlich desinfiziert und die Wunde mit Klammerpflastern aus unserer gut bestückten Bordapotheke besser geschlossen.

Auch ein medizinischer Tacker wäre vorhanden, aber wir schauen mal, ob es mit den Klammerpflastern geht.

Jedenfalls haben die Behandelnden (Ingo und Wiebke) erstmal Ruhe verordnet. Wiebke backt unten gerade Kuchen, gleich zieht der Duft wieder durch das Boot, vorher darf ich schon Teigreste schlecken. Also sitze ich faul mit hochgelegtem Bein im Cockpit und erfreue mich am Blick auf Moorea und lasse mich verwöhnen.

Wassersport wird wohl leider erstmal eine Zeit lang tabu sein.

Von Tahiti nach Moorea

Wir stecken ein bisschen fest. Wissen nicht so recht, wie wir am besten weitermachen. Nachdem wir lange überlegt und dann die Reservierung für Neuseeland gemacht hatten, schien erst einmal alles entschieden und das fühlte sich gut an.

Aber dann schleicht sich doch wieder die vorher schon erwogene Alternative in unsere Köpfe. Doch noch eine weitere Saison in Französisch Polynesien? Doch statt im Dezember jetzt schon Ende August mal wieder nach Hause fliegen? Zu Wiebkes Geburtstag und zu meinem Abi-Treffen zu Hause zu sein wäre klasse. Wir klären mit unserer Versicherung was geht (und zu welchen Bedingungen).

Dieses Jahr wird ein La Niña Jahr, tropische Stürme im Südpazifik sind deutlich unwahrscheinlicher. Gegen rund 40 % Aufschlag wären wir auch in der Zyklonsaison hier versichert, wenn wir auf See sind oder das Boot auf einem spezielle Anforderungen erfüllenden Lagerbock an Land steht. Letzteres ist allerdings praktisch nicht machbar, da solche „aus einem Stück gefertigten“ Lagerböcke hier nicht verwendet werden. Bliebe nur die einzelne Approbation des Lagerbocks durch die Versicherung, scheint ebenfalls nicht sehr praktikabel. Aber wenn wir jetzt schon nach Hause flögen, wären wir vor November wieder da und an Bord. Hm. Wir erkundigen uns nach Hafenplätzen, aber auch das erweist sich als schwierig. Also bleiben wir (planerisch) weiter in der Schwebe. Untypisch für uns, ungewohnt.

Egal. Nach zwei teuren Wochen in Papeete, diversen Erledigungen, mit wieder funktionierendem AIS und Watermaker verlassen wir den schön ruhigen Ankerplatz von Arue. Dort wurden wir zwar geduldet, im Büro des Yachtclubs wies man uns aber schon auf verschärfte Regeln und Kontrollen ab August hin. Der Bojenlieger direkt neben uns ist zurück, es wird also auch eng.

Wir holen den Anker auf, fahren Richtung Point Venus. Aber die drei Kats dort liegen bei dem Wind recht unruhig. Wir drehen ab und entschließen uns, direkt hinüber nach Moorea zu segeln. Das sind nur ungefähr 20 Seemeilen, allerdings derzeit hoch am mit 20 bis 25 kn blasenden Wind.

So wird es eine flotte, wenn auch etwas raue Überfahrt, drei Reffs im Groß und die Fock.

Abschied von Tahiti
aber da sieht man schon Moorea.

Beim Näherkommen zeigt sich dann, trotz anfänglich noch grauen Himmels, die landschaftliche Schönheit von Moorea.

Die tief in die Nordküste eingeschnittene Bucht von Opunohu ist schon aus der Entfernung gut auszumachen, mehrere riesige Superyachten (mit eigenen Hubschraubern an Bord) zeigen den Standort an.

Etwas näher sehen wir dann auch die Wellen über dem Saumriff brechen und dahinter gut geschützt den unseren anvisierten Ankerplatz.

Sieht voll aus, aber natürlich findet sich noch ein Plätzchen.

Interessant ist, dass wir auf der Überfahrt und auch hier am Ankerplatz größere Teppiche von piksigen Algen herumtreiben sehen. Sie ähneln Sargassum, allerdings sehen wir nicht die für diese in der Karibik verbreitete Alge typischen Blasen (edit: doch, wir haben jetzt auch die Blasen entdeckt, es scheint eine Sargassum-Art zu sein).

Am nächsten Tag ist der Wind fast weg, die Algen auch. Eine der Superyachten ist abgefahren, dafür liegt jetzt der kleine Kreuzfahrer „Paul Gaugin“ (318 Gäste) an seinem Platz.

Davor liegt die 86 Meter lange Segelyacht „Aquijo“, sie kann mit ihrer 17-köpfigen Crew nur bescheidene 12 Gäste aufnehmen und ist in der Nebensaison für eine halbe Million Euro pro Woche zu chartern.

Tja, und dann sind da die glücklichen Eigner aus aller Welt mit ihren kleineren Booten, die ihren Törnplan selbst bestimmen können (sich dafür aber auch wie Eingangs beschrieben ein bisschen mehr Gedanken machen müssen beziehungsweise dürfen).

Die Traumkulisse von Moorea ist für alle dieselbe ☺️.

Tahiti

Seglerisch ist nichts passiert, wir liegen immer noch am wunderbar geschützten Ankerplatz von Arue, einem Vorort von Papeete. Wir erkunden die Stadt und auch die Insel. Ein paar Tage haben wir gemeinsam mit Andrea und Ingo einen Mietwagen. Am Sonntag nutzen wir den, um schon um 5:30 nach Papeete zu fahren, der Gemüsemarkt ist etwas für ausgesprochene Frühaufsteher.

Rund um die eigentliche Markthalle herum bieten am Sonntag lokale Bauern im Straßenverkauf ihre frischen Produkte an.

Wir bummeln ausgiebig (und kaufen auch ein bisschen), danach gibt’s ein leckeres Frühstück in einer Patisserie. So gestärkt brechen wir auf zur Inselrundfahrt. Erste Station: Botanischer Garten. Der ist für sich genommen schon sehenswert, aber uns lockt der hier startende Hike auf dem „Sentier de la Rivière de Vaipahi“. Durch den Wald und oft an einem Bachbett entlang führt der Pfad steil bergauf.

Ein richtig schöner Hike und mit etwa einer Stunde auch kurz genug, um uns den Rest des Tages noch Zeit genug für die Inselrundfahrt und weitere Erkundungen zu lassen.

Eigentlich wollten wir auch den Südöstlichen Teil der Doppelinsel besuchen: Tahiti Iti (Klein-Tahiti), aber da macht uns Olympia einen Strich durch die Rechnung. Kaum sind wir über die schmale Landenge gefahren, die es mit Tahiti Nui (Groß-Tahiti) verbindet, stoppt uns die Gendarmerie. Nein, wir haben keine Akkreditierung. Dann also umkehren, keine Weiterfahrt. Schade, damit können wir leider auch keinen Blick auf die berühmte Welle von Teahupo‘o werfen, weil der Surfwettbewerb der Olympischen Spiele von Paris (sic!, wir sind ja in FRANZÖSISCH Polynesien) eben dort stattfinden wird und die Zufahrt schon mal vorsorglich gesperrt ist.

Dann geht es für uns eben nur rund Tahiti Nui.

Wellen – wenn auch nicht DIE Welle – bekommen wir trotzdem zu sehen, Surfer auch. Der Nachwuchs übt rings um die Insel schon mal in den kleineren Wellen für Teahupo‘o.

Unsere weitere Inselrundfahrt wird unter anderem eine Wasserfall-Besichtigungs-Tour. Zum einen, weil wir alle vier echte Wasserfall-Fans sind. Zum anderen aber auch, weil man auf Tahiti quasi alle Naselang an einem vorbei kommt. Kein Wunder, die Passatwinde treffen hier ziemlich ungebremst auf die hohe Vulkaninsel. Die warme Luft wird zum Aufsteigen gezwungen, der Wasserdampf kondensiert und regnet in der Höhe ab. Hoch genug ist Tahiti: der Mont Orohena auf Tahiti Nui misst 2.241 m. Tatsächlich liegt seine Spitze oft über der Wolkendecke, die Wolken zeigen sich eher an den mittelhohen Hängen der steil abfallenden Berge. So ist denn auch das Inselinnere praktisch unbewohnt, dicht besiedelt sind dagegen die Küstenstreifen.

Unser nächster Wasserfall ist eine heilige Stätte. Vaihi. Das hält die Locals nicht davon ab, dort zu duschen, es ist eine spirituelle Reinigung, aber gleichzeitig findet auf der Plattform vor dem Wasserfall auch eine Versammlung statt.

Heilig ist auch die „Cascade de Pape‘ana‘ana“. Dort ist ihre Bedeutung nicht an den aktuellen Besuchern, sondern an den historischen Petroglyphen erkennbar.

Öffnet sich eine Falltür, wenn man die richtigen Knöpfe drückt? Zuviel Indiana Jones geguckt.

Der höchste Wasserfall für uns an diesem Tag sind die Cascades des Fa‘aruma‘i, der 80 m in die Tiefe stürzt. Bei weitem nicht der höchste auf Tahiti (schon der wenig entfernte Schwester-Wasserfall Haamaremare Rahi ist noch 20 m höher), aber doch einer der schönsten und bekanntesten, auch wenn er aktuell nicht allzu viel Wasser führt:

Gegen den Uhrzeigersinn umrunden wir Tahiti Nui, meistens führt die Straße nahe am Wasser entlang. Mit der Klischee-Vorstellung von weißen Stränden wird dabei schnell aufgeräumt. Helle Strände finden sich hier zumeist nur künstlich angelegt vor Hotelanlagen. Die echten Strände von Tahiti sind mal felsig, mal Sandstrand, aber praktisch immer dunkel, fast schwarz.

Trotzdem schön!

In den Tagen nach unserer Tour erwischt uns leider eine Erkältung. Vermutlich hat sie eher mit den klimatisierten Supermärkten und Bussen, vielleicht auch den Menschenmassen der Großstadt Papeete zu tun. Das sind wir wohl einfach nicht mehr gewohnt. So müssen wir selbst den eigentlich zur Feier des Tages geplanten schicken Restaurantbesuch ein paar Tage verschieben.

Zum Abschluss ein Bild von vor 25 Jahren:

Papeete, Tahiti.

Großstadtleben. Was für ein Kontrast zu den letzten Monaten. Ja, wir liegen vor Anker, sehr ruhig sogar. Und doch ist alles anders.

Jeden Morgen und jeden Abend wird die Flora umschwärmt von diversen Auslegerkanus. Die Tradition des Sports mit diesen typisch polynesischen Gefährten hatten wir zuerst in Hawai’i kennengelernt, auf den Inseln in Französisch Polynesien wird sie aber genauso intensiv weitergeführt, zumeist mit ultraleichten modernen Auskegerkanus, die aber eben doch mit ihren Auslegern traditionelle Technik weiterführen.

Ab und zu verirrt sich ein Jetski oder ein Wakebord hinter einem Motorboot in die Bucht, sonst sind nur die Optis des örtlichen Segelclubs unterwegs. Beschaulich.

Und doch: um uns herum ist Großstadt. An Land ist fußläufig ein großer Carrefour-Supermarkt, die Bushaltestelle ist nah und so kommen wir auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut in die Stadt. Trotzdem haben wir uns gemeinsam mit Andrea und Ingo für ein paar Tage ein Auto gemietet. Ein paar Ausflüge haben wir uns vorgenommen und einige Besorgungen sind auch zu machen. Lebensmittel, na klar, aber auch zum Beispiel notwendige Ersatzteile für unsere Tauchausrüstung, Bootszubehör, ein neuer Wasserkocher, und und und. Außerdem bringen wir Wäsche in die Laundry und Kleidung zum Waschen zu unserer Segelfreundin Barbara in ihr AirBNB mit Waschmaschine. Ganz lieben Dank für diese großzügige Möglichkeit.

Schnell noch einen Behördengang zwischendurch, endlich mal wieder ein Formular. Dafür können wir hier in Französisch Polynesien ab jetzt steuergünstiger unseren Bootsdiesel tanken.

Ein erster kleiner Hike, der „Chemin de la Croix“ führt uns hoch über die Stadt und bietet uns einen tollen Ausblick über Papeete mit seinem Hafen sowie hinüber zur Nachbarinsel Moorea.

Und als weitere sportliche Betätigung probieren Ingo und ich das von Ingo gerade gebraucht gekaufte Surfbord aus. 40 Jahre ist es wohl her, das ich das letzte Mal auf so einem Ding gestanden habe. Aller (Wieder-)Anfang ist schwer, aber: es macht Spaß!

In der Stadt genießen wir Brauerei und Restaurants, bummeln, shoppen. Treffen Segelfreunde.

Und besuchen gemeinsam mit Andrea , Ingo (Easy One), Barbara und Ralph (Lille Venn) ein kulturelles Highlight: das Heiva i Tahiti. Vom 4. bis zum 20. Juli findet es in diesem Jahr statt. Tänzer und Sänger aus ganz Polynesien messen sich in Vorauscheiden und treten dann zum Finale hier in Tahiti an, es ist ein Riesen-Event und eine großartige Veranstaltung. Klar, sie ist auch touristisch relevant. Aber vor allem ist das Heiva ein Fest, das die polynesische Kultur feiert und von den Polynesiern mit entsprechendem Stolz zelebriert wird.

Über fünf Stunden lang dauert die Veranstaltung, von 18:30 bis kurz vor Mitternacht. Bis zu hundert Tänzerinnen und Tänzer zählt eine einzelne Gruppe, dazu kommen Bands und Chöre. Während der Tanzdarbietungen ziehen sich die Teilnehmen zwischen den einzelnen Akten mehrfach um, jeweils mit aufwändigen, phantasievollen Kostümen. Leider sind Fotos bei dieser beeindruckenden Veranstaltung nicht gestattet, deshalb hier nur Screenshots der hier auch verlinkten offiziellen Facebookseite zum Heiva mit vielen weiteren Bildern.


Und Zack, sind schon 5 Tage Tahiti wie im Flug vergangen.

Fakarava Nord und Passage nach Tahiti

Vom Südpass in den Norden des Atolls, das bedeutet einmal längs durch die etwa 60 km lange und 13 km breite Lagune zu fahren. Es gibt einen vergleichsweise breiten Korridor mit nur wenigen Bommies a den Rändern. Eigentlich könnten wir versucht sein, dieses Mal innerhalb des Atolls zu segeln. Aber: wieder motoren wir, denn der Wind steht uns genau entgegen. Macht nichts, in Rotoava, dem Hauptort, können wir bei ruhigem Wetter sehr gut an der Tankstelle anlegen und Flora wieder voll tanken. Wir könnten etwas sparen, wenn wir das bis Papeete auf Tahiti aufschieben würden, denn dort besteht mit ein wenig Aufwand die Möglichkeit, steuerfrei das Boot zu betanken. Aber bei den derzeit flauen Winden wollen wir lieber auf Nummer sicher gehen.

Am Ankerplatz vor Rotoava liegen bereits etwa 25 Yachten, aber wir finden trotzdem einen guten Platz. Die Beliebtheit hängt auch damit zusammen, dass es im Ort ein paar Restaurants, mehrere Tauchschulen, kleine Hotels, Perlenverkäufer, Stände mit Muschelketten und eben auch ein paar Supermärkte gibt. Deren Angebot ist allerdings stark abhängig davon, wann zuletzt das Versorgungsschiff angelegt hat. An frischen Lebensmitteln ergattern wir nur ein paar Äpfel und Birnen. Insgesamt ist es ziemlich beschaulich und weniger touristisch als wir es uns vorgestellt hatten.

Die Kirche im Ort zeigt, wie wichtig Muschelschmuck für die Bewohner der Tuamotus ist.

Alle Bildnisse und Statuen in ihrem Inneren sind mit Muschelketten behängt, die Weihwasserbecken sind Schalen von Riesenmuscheln, wie Kronleuchter hängen Muschel-Glocken von der Decke, kunstvolle Perlenschnüre aus verschiedenen Muscheln verbinden sie. Einige der Fensternischen sind mit dem Perlmutt von geöffneten Austernschalen verkleidet.

Noch opulenter werden die Muschelketten in der halboffenen Kapelle im Hof hinter der Kirche:

Der eigentlich geplante Tauchausflug zum Nordpass fällt leider aus. Die Tauchschule sagt, der Südschwell der letzten Tage habe so viel Wasser in die Lagune gespült, dass derzeit zu keiner Zeit die für den Tauchgang benötigte einlaufende Strömung im Pass entsteht. Schade.


Die Windstille verlockt uns dazu, den Ankerplatz vor Rotoava nach nur einer Nacht wieder zu verlassen und uns ganz in die Nähe des Nordpasses zu verholen. Der Platz dort ist nämlich wunderschön, allerdings bei den normalerweise vorherrschenden Winden nicht sehr geschützt. Und man muss sich um einige verstreute Riffe herum an den Strand herantasten, weshalb wir zunächst den Ankerplatz auch ganz für uns haben. Wir genießen die Ruhe, Schnorcheln ausgiebig an den Bommies um Flora herum. Bei diesen Bedingungen entfaltet der Ankerplatz im Flachwasser eine ganz eigene Magie:

Am nächsten Tag machen wir uns dann auf zur Passage nach Tahiti. Nach dem dem Morgenhochwasser laufen wir durch den Pass, trotzdem schieben uns etwa zwei Knoten Strom. Dafür erwartet uns draußen eine schöne Überraschung: segelbarer Wind.

Die Wetterberichte hatten für den Vormittag noch Flaute vorhergesagt, dann aber ein Band mit Südwind und über den zweiten Tag auf Nordwest drehenden Wind. 

Mit Codo0 an Backbord machen wir von Anfang an gute Fahrt. Das stabilisiert und ist auch ganz gut so, denn es steht eine unangenehme 3-m-Dünung aus Süd. Mit einem Windsprung auf 25 bis 28 Knoten aus Süd kommt dann kräftiger Regen. Gerade noch rechtzeitig bergen wir den Code0. Statt dessen setzen wir die Fock an Steuerbord und es kommen zwei, später sogar drei Reffs ins Groß.

Durch die flotte Fahrt brauchen wir statt der kalkulierten 2 Tage nur anderthalb. Das bedeutet allerdings auch, dass es eine Nachtansteuerung von Tahiti wird. Wollten wir eigentlich gerne vermeiden, aber nun ist es halt so. Und es hat auch etwas für sich. In der Abenddämmerung schält sich unter einer Wolkendecke ein Stück Küstenlinie von Tahiti heraus. „Land Ho!“

Während wir näher kommen wird es dunkel.

An Backbord leuchtet das Kreuz des Südens am Sternenhimmel, voraus blinkt das Leuchtfeuer von Point Venus. Hinter dem Leuchtturm ist im Wolkendunst über der Insel die Lichtglocke der Hauptstadt Papeete auszumachen. 

Wir liegen uns im Cockpit in den Armen, während Flora unter vollen Segeln mit 7 Knoten durch die Nacht darauf zu fährt. 

Ein weiterer Meilenstein unserer Reise, Papeete auf Tahiti, die Hauptstadt der Südsee. 

Der Ankerplatz am Point Venus wäre eigentlich unsere erste Wahl gewesen. Hier hat Captain James Cook 1769 den Venusdurchgang beobachtet, daher der Name. Dieser Ankerplatz wäre auch bei Nacht vergleichsweise einfach anzusteuern. Aber durch den ungewöhnlichen Nordwestwind und den daraus folgenden Schwell ist er jetzt sehr ungemütlich. Unsere Freunde von der Easy One haben sich deshalb ein Stück weiter westlich nach Arue verzogen, wo das vorgelagerte Riff deutlich besser vor diesen Bedingungen schützt.  Dafür müssen wir allerdings erst durch das Riff und dann im engen Tonnenstrich auf das Lichtermeer der Stadt zu. Aber das klappt gut und wir genießen sogar noch einen späten Willkommensschluck bei Andrea und Ingo auf der Easy One.

Dann erst mal Ausschlafen und am nächsten Morgen:

Herrlich ruhiger Ankerplatz von Arue hinter dem Riff und Blick von Tahiti bin hinüber zur Nachbarinsel Moorea.

Fakarava, Südpass. Driftschnorcheln und Wingsurfen.

Von Tahanea nach Fakarava segeln wir bei gutem achterlichen Wind in einem Tag. Die Tiden für die Pässe passen gut, um halb acht gehen wir kurz vor Niedrigwasser aus Tahanea raus, gegen 15.00 Uhr um Hochwasser herum in den Südpass von Fakarava hinein.

Wir ankern gleich um die Ecke vom Südpass. Der Ankerplatz ist bei den Bedingungen zwar nicht optimal, es steht ganz gut Welle und Flora schaukelt kräftig. Aber für eine Nacht ist das erstmal ok.

Am nächsten Morgen fahren wir dann bei Niedrigwasser mit dem Dinghy durch den Südpass hinaus, springen ins Wasser und lassen uns von der einsetzenden Flut schnorchelnd wieder in die Lagune treiben. Beim ersten Mal ganz langsam, beim zweiten schon etwas schneller und beim dritten Mal mit ordentlich Speed. Es ist wunderschön.

Quasi ohne eigene Bewegung werden wir im klaren Wasser über die Korallen am Rande des Passes geschoben, können im Vorbeigleiten die Vielfalt an Rifffischen bewundern.

Der Pass ist für seine vielen Haie bekannt. Im flacheren Wasser an der Seite des Passes zeigen sich allerdings bei unseren Driftschnorchelgängen nur Schwarzspitzenhaie.

Anders sieht es unten am Grund in der Mitte des Passes aus. Von hier oben sehen wir nur schemenhaft die Konturen, aber die große Anzahl der zumeist fast regungslos in der Strömung stehenden Haie beeindruckt schon beim Schnorcheln. Das macht richtig Lust auf den einen Tauchgang hier an der bekannten “Wall of Sharks”.

Das muss allerdings noch warten, denn nach dem Schnorcheln holen wir erst einmal den Anker auf und fahren weiter in die bei diesen immer noch starken SE-Winden deutlich besser geschützte Südostecke des Fakarava-Atolls.

Hier liegt Flora deutlich ruhiger. Außerdem gibt es hier, versteckt hinter den Palmen auf der Landspitze, die kleine Surf-Schule “Kite Tuamotu”. Adrien bietet auch Wing-Kiten an, und das möchte ich gerne ausprobieren.

Gemeinsam mit Pierre von der “Viva” mache ich die ersten zwei Schnupperstunden.

Photo Credit: Marie & Pierre, S/V Viva

Das Board, das am Strand (und perspektivisch vergrößert im Vordergrund) noch recht massiv aussieht, entpuppt sich im Wasser als extrem kippelig. Der in der Hand gehaltene dreieckige Flügel, am Strand bei Trockenübung noch leidlich bedienbar, scheint jetzt mit wildem Eigenleben ausgestattet. Der eigene Körper ist der Mast und die Arme sind die Schoten, die Beine und Hüfte gleichzeitig auch noch das Steuerruder, das möchte alles koordiniert werden. Da bleibt dem Anfänger (mir!) nicht mehr viel Kapazität für das Halten des Gleichgewichts. Entsprechend anstrengend ist es, immer wieder nach dem Sturz die Sicherungsleinen von Board und Kite zu sortieren und zurück auf das kippelige Board zu klettern. Fahre ich zwischendurch doch mal ein paar Meter im Stehen, wird es auch gleich ziemlich schnell. Beim nächsten Sturz weiß man dann Prallschutzweste und Helm sehr zu schätzen.

Nach den zwei Stunden bin ich völlig erledigt, habe aber auch ein breites Grinsen im Gesicht. Also am nächsten Tag gleich noch einmal. Geht schon etwas besser, ab und zu beginnt das Board sogar zu foilen, sich also von der Wasseroberfläche zu lösen und nur auf den Unterwasserflügeln zu gleiten. BEGINNT, denn eine Zehntelsekunde später liege ich wieder im Wasser. Den Übergang zum Foilen hinzukriegen, das schaffe ich in meiner zweiten Doppelstunde noch nicht. Ganz sicher bin ich kein Naturtalent. Aber mit etwas (bzw. sehr viel) Übung muss das Wingsurfen möglich sein. Egal, wieder bin ich platt – aber glücklich.

Da wird wohl ein neues Spielzeug fällig.

😊

Zwei oder Sieben im Tahanea-Atoll?

Seit einer Woche sind wir inzwischen im Atoll Tahanea. Um uns herum sausen die Kitesurfer und Wing-Foiler von einigen der anderen Boote, sie finden die meiste Zeit ziemlich gute Bedingungen. Ein bisschen bereue ich, das vor Jahren in Antigua nicht mit unseren Freunden zumindest ausprobiert zu haben. Allerdings war damals die Erinnerung an die lange Rekonvaleszenz nach dem Snowboard-Unfall mit Riss aller Bänder in meiner rechten Schulter noch ziemlich frisch. Aber jetzt wäre hier neben dem Schnorcheln und gelegentlichem Tauchen ein bisschen Wassersport zum Auspowern ganz willkommen.

Hm, im etwa 50 Seemeilen entfernten Atoll Fakarava könnte man das ja vielleicht mal testen. Fakarava ist das zweitgrößte und zudem eines der touristisch am meisten erschlossenen Atolle der Tuamotus.

Zunächst aber ist an eine Weiterfahrt nicht zu denken. Die Maramu-Winde haben den Ozean ziemlich aufgewühlt.

Wir warten noch etwas ab. Dann doch lieber im geschützten Wasser der Lagune schnorcheln, ganz in Ruhe die Fische und Korallen bewundern …

… und den Tag mit einem weiteren Lagerfeuer am Strand ausklingen lassen (auch wenn die anderen Segler dabei ihre Kite-Geschichten des Tages erzählen 😉).

Heute geht’s dann aber doch ein bisschen weiter für uns. Der Wind bläst zwar immer noch mit um die 20 kn, in den Böen etwas mehr. Aber eben nicht mehr mit über 30 kn wie vor ein paar Tagen. Am Ankerplatz im Schutz der Motus merken wir davon ohnehin nicht viel, das Wasser ist glatt. Aber mit etwas Entfernung zu den Palmeninselchen zeigen sich dann auch im Inneren des Atolls erste Schaumkronen. Allerdings ist das natürlich nichts im Vergleich zu den Brechern, die von draußen aufs Riff krachen.

Im Satellitenbild haben wir uns die Route zu einem anderen Ankerplatz hier im Tahanea-Atoll abgesteckt. Dort ist Flora zwar nicht von einem Motu geschützt, wohl aber von einem flachen Riff mit Sandbank, das auch die sich in der Lagune aufbauenden Wellen abhält.

Was für eine Location:

Nur für uns ZWEI und die Flora! 😉

Allerdings, der Ankerplatz ist eigentlich als „Seven“, also „Sieben“ bekannt. Wie so vieles im Leben: Ansichtssache!

Doppelpass. Auf das Timing kommt es an.

Nicht bei der Fußball-Europameisterschaft, sondern in den Tuamotus. Wir segeln von Makemo zu unserem dritten Atoll, Tahanea.

Das liegt südwestlich von Makemo. Von unserem schönen Ankerplatz am Punaruku-Motu tasten uns deshalb erst einmal weiter nach Westen und ankern in der Nähe des Westpasses von Makemo.

Eigentlich würden wir gerne vor unserer Weiterfahrt noch einen Driftschnorchelgang durch den Pass machen. Allerdings hat der Wind inzwischen aufgefrischt, draußen hämmert inzwischen auch hier in Lee die Brandung auf das Riff. Die Bedingungen sind nicht mehr ideal und in der Stillwasserphase wollen wir ja schließlich mit Flora durch den Pass.

Während wir noch auf das Stillwasser warten, segeln unsere Freunde Judy und Todd mit ihrem Katamaran Galileo schon unter Vollzeug durch den Pass. Das gibt mir die Gelegenheit, ihre Passdurchfahrt mit der Drohne aufzunehmen.

Hier der Link zum Video.

Wir folgen ihnen etwas später, allerdings nehmen wir die Segel erst nach dem Pass hoch. Und überhaupt, was heißt hier DIE Segel: genau genommen ist es nur ein Fitzelchen der Fock, das wir ausrollen. Damit segeln wir dann mit knapp 3 kn durch den Nachmittag und die Nacht. Schließlich folgt auf den Pass von Makemo der Pass von Tahanea. Dazwischen liegen nur knapp 50 Seemeilen und – entscheidend für unser absichtlich langsames Segeln – in Tahanea können wir erst gegen 7:00 Uhr morgens einlaufen. Rund 17 Stunden nachdem wir Makemo verlassen haben. Der Doppelpass wird also ausnahmsweise nicht schnell gespielt, sondern gaaaaanz sutje.

Und das klappt ganz gut. Die Passage ist mit so wenig stabilisierender Fahrt im Schiff etwas rollig, aber das Timing passt perfekt und so laufen wir bei Stillwasser in Tahanea ein. Mit dem Track unserer Freunde von der Nomad (danke!) geht’s dann durch die Lagune in die Südostecke des Atolls. Hier, im Schutz der palmenbestandenen Motus, wollen wir die für die nächsten Tage angekündigten kräftigen Winde abwettern.

Also richten wir uns darauf ein, hier ein bisschen zu bleiben. Es ist ein toller Ankerplatz mit gutem Sandgrund und relativ wenigen Bommies. Die Ankerkette müssen wir aber trotzdem “floaten”.

Immerhin sind es aber genug schöne Korallenköpfe, um nahe beim Boot im klaren Wasser ausgiebig schnorcheln zu gehen. Auch hier gibt es wieder eine Vielzahl von eingewachsenen Riesenmuscheln mit ihren faszinierend unterschiedlichen Farben und Mustern.

Und es lohnt sich, länger hinzuschauen und auf die kleinen Dinge zu achten. Weihnachtsbaumwürmer (genau genommen nur deren herausgestülpte Kiemen) finden sich, …

… bewegt sich in ihrer Nähe das Wasser, ziehen sie sich blitzschnell in die Korallen zurück. Ähnlich halten es viele der kleinen Riffbarsche, wie zum Beispiel die schwarz-weißen Preußenfische oder die blau-grünen Chromis/Schwalbenschwänzchen:

Sogar eine wunderschöne Chromodoris entdecken wir, es istfür uns die erste dieser äußerst farbenfrohen Meeresschnecken.

Immer wieder etwas Neues. 😊