Fulaga: im Revier der Kalkstein-Pilze

Für ein paar Tage verholen wir die Flora auf einen Ankerplatz im Nordosten der Lagune. Hier findet sich eine von mehreren Ansammlungen kleiner Inselchen. Die meisten von ihnen sind an der Basis so stark erodiert, dass sich Durchbrüche und meterlange Überhänge gebildet haben, wodurch oft eine markante Pilzform entstanden ist.

Die Inselchen bestehen aus Korallenkalk, sind also ehemalige Bommies, die durch Landhebung über die Wasseroberfläche gedrückt wurden. Die Korallen können dort nicht überleben und sterben ab. Mit der Zeit siedeln sich oben auf dem porösen Kalkstein erste Pflanzen an, inzwischen wächst dort Buschwerk und sogar Palmen. Umgekehrt nagen unten an der Basis die durch die Tide wechselnden Wasserstände und unterspülen die Kalkinseln. So sind in den Flachwassergebieten am Rand der Lagune Märchen-Landschaften aus skurrilen Felsen-Pilzen mit grünen Mützen und Palmen wie Federschmuck entstanden.

Von unserem Ankerplatz aus lassen sie sich mit dem Kayak am besten erkunden, denn bei Ebbe – wenn sich die Pilzformen am intensivsten zeigen – ist es zwischen ihnen an vielen Stellen selbst mit dem Dinghy zu flach. (Für bessere Auflösung auf eines der Fotos klicken und durchblättern)

Tagelang haben wir diesen, bei Ost- und Nordostwinden hervorragend geschützten Ankerplatz ganz für uns, die anderen Boote ankern weiter im Südosten der Lagune an den Sandbänken.

Außer den Kayak-Ausflügen machen wir von hier aus auch mehrere Driftschnorchelgänge im nahe gelegenen Pass mit herrlicher Korallen-Vielfalt und Fisch-Reichtum.

Als der Wind wieder auf Südost zurück dreht und für die kommenden Tage auch stärker vorhergesagt wird, wechseln wir wieder zurück hinter die Sandbank.

Von hier sind dann auch der „Pools“ gut zu erreichen. Nicht, dass es bei dem wunderbar türkisen Wasser der Lagune wirklich noch einen Pool bräuchte, aber …

… nett sind diese sich bei Ebbe bildenden Privatbecken schon, zumal die auch hier unterspülten Korallenblöcke mit etwas Phantasie von Felsentieren bewacht werden.

Außerdem können wir den lokalen Fischern bei der Arbeit zusehen: Tui (der mit den zwei Fischen) erklärt uns bereitwillig, wie die Einheimischen bei Ebbe ihre Netze platzieren und die Fische dann dort hineintreiben.

Für die Locals ist Fisch aus der Lagune ein ganz wesentlicher Bestandteil ihrer Ernährung. Wir selbst angeln nicht in der Lagune, obwohl es hier angeblich keine Ciguatera geben soll.

Wir zehren aber lieber von Flora‘s noch ziemlich üppigen Vorräten.

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