Angekommen in Matthew Town, Bahamas

Was für eine wunderschöne Passage. Wir benötigen 43 Stunden für die 300 sm, sind also mit im Schnitt knapp 7 kn flott unterwegs (Strömung hilft und wir halten uns fein in ihrer Mitte).

So ist es ganz überwiegend reines Schmetterlingssegeln, zwei Halsen mit jeweiligem Umbauen des Spibaums auf die andere Seite, ansonsten trimmfreies Segeln.

In die beiden Sonnenuntergänge segeln wir auf unserem Westkurs genau hinein, was für Geschenke.

Tja, das Angeln. Mein Missgeschick hatte ich ja schon beschrieben, auf dem nächsten Foto sieht man die neue lange Sicherungsleine an der anderen Angel. Trotz vollem Einsatz gab es leider kein Angelglück, hier ziehe ich gerade einen großen Mahi-Mahi bis fast an das Boot, dann geht er leider doch noch vom Haken. Andrea auf der Easy-One hat aber mehr Erfolg, wir werden heute Abend zum Fisch-Festmal hinüberfahren.

Am Ankerplatz kommen wir um 5.00 Uhr morgens an, also unplanmäßig noch im Dunkeln. Eigentlich in den Bahamas ein No-Go, aber hier in Matthew Town auf Great Inagua ist es kein Problem. Bis direkt vor dem Ankerplatz ist es so tief, dass wir nicht einmal eine Anzeige auf dem Echolot haben, nur drei Striche – – -. Und dann sind es bis fast ans Ufer Tiefen um 5 m und Sandgrund. Die anderen Ankerlieger haben ihre Ankerlichter an und liegen wie an einer Perlenkette aufgereiht, wir legen uns einfach südlich daneben.

Jetzt erst einmal schlafen und morgens noch vor dem Einklarieren ein Sprung ins glasklare Nass. Unfassbar, von der Badeleiter aus können wir vor dem Schiff noch weit über 10 m Ankerkette sehen, außerdem den Schlagschatten unseres Schiffes auf dem Grund.

Wie geht’s weiter? Kaffee und dann die Behörden, noch vor dem Frühstück. Beim Dinghyfestmachen im kleinen Hafen treffe ich auf den Officer von der Immigration, er nimmt mich mit seinem Auto mit zum etwa einen Kilometer entfernten Büro. Noch ein paar Formulare mit den bereits online gemachten Angaben ausfüllen, das kenne ich ja bereits. Er hat die Stempel vergessen und schickt mich erstmal rüber zur Lady vom Zoll. Der Eingang ist am anderen Ende des gleichen Gebäudes gelegen, dazwischen liegt noch ein Weinhandel. Die Tür steht offen, eine Halle mit vielen Paketen, überwiegend Amazon. Dort hindurch und in der einen Ecke der Wellblechdachhalle ist ein klimatisiertes Büro abgeteilt. Die nette Dame schaut gerade Internetvideos, der Ton läuft auf voller Lautstärke weiter während jetzt im Vordergrund die Maske zur Bearbeitung meines Cruising Permits geöffnet ist. Aber die Bezahlung der 300 US$ dafür hatten wir online nicht mehr hinbekommen (weil das Angelmissgeschick dazwischen kam), danach hatten wir kein Netz mehr. Das Wifi hier bei Customs (Zoll) funktioniert seit gestern nicht mehr, aber das bei Immigration läuft. Also zurück. Dort ist noch zu, aber gerade kommt der Officer mit den Stempeln angebraust. Ach was WiFi, er füllt das eben schnell für mich aus. Nur die persönlichen Daten und die Kreditkarteninformationen soll ich dann doch selbst eintragen, an seinem Bürocomputer.

Der Mann ist echt entspannt, getreu dem gerahmten Wahlspruch mit dem kleinen Sprung in der Scheibe, der die Wand in seinem Büro ziert:

Wieder zu Customs, dort bekomme ich das Cruising Permit und (im Preis inbegriffen) die Angelerlaubnis für die Bahamas. Und – ganz wichtig: Die Lady ruft (am Sonntag) ihre Freundin bei der Telefongesellschaft „aliv“ an. Die muss zwar jetzt erst zur Kirche und danach das Sonntagsmahl vorbereiten, aber um 15.00 wird sie mir am Hafen einen kleinen Router mit Bahamas-SIM-Karte vorbeibringen. Der Router ist kostenlos, für die Karte muss ich das gewünschte Datenpaket auswählen und auf dem Handy der Zöllnerin eine Bestätigungs-SMS an ihre Freundin schicken. O.k.

Dann wieder zur Immigration, die gestempelten Pässe abholen. Und noch 40 Dollar bezahlen. Diese Gebühr ist vermutlich nicht legal, obwohl es eine offiziell gestempelte Quittung gibt. Andere Segler beschweren sich und der Officer erklärt (wenn ich ihn richtig verstehe), dass das Dienstauto geschrottet wurde und er seinen Privatwagen verwenden muss. Hm. Wie auch immer, keiner scheint die 40 Dollar zurückzubekommen und ich will unsere Pässe haben. Es bleibt ein Beigeschmack, wenn auch kein dramatischer. Selbst in den Cruising Guide hat es diese Gebühr schon geschafft, Ratschlag: bezahlen und sich bei der vorgesetzten Stelle in Nassau beschweren. Scheint nicht viel zu bringen, unser Revierführer ist schon ein paar Jahre alt 😉, die Kosten muss man beim Einklarieren auf Great Inagua wohl einfach mit einkalkulieren. Jedenfalls sind wir einklariert und dürfen jetzt bis zu drei Monate durch die Bahamas cruisen.

Dass dieser Text mit Bildern erscheint zeigt: die Übergabe des Routers mit SIM hat geklappt:

Karibische Farben. 😁

Auch an unserem Ankerplatz. Keines dieser Bilder ist bearbeitet. Durch die polarisierende Sonnenbrille fotografiert sieht es sogar noch etwas krasser aus:

4 Gedanken zu „Angekommen in Matthew Town, Bahamas

  1. Huuiiii……, sooooooo schön 🏝 🏝🏝🏝
    Aber, was für ein Akt um erstmal richtig anzukommen auf den 🇧🇸 Bahamas.
    Ich wünsche viele, viele bunte Erlebnisse ☀️

    Gefällt 1 Person

  2. Das nenne ich mal eine kreative Begründung, die mit dem geschrotteten Dienstwagen 😉 da sind wir doch gespannt, ob und wenn ja was uns aufgetischt wird. Freuen uns auf ebensolche schier unglaubliche Farben und grüssen herzlich noch aus Luperon😊

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo!!
    We really like your article.
    We are in Colombia and we want to sail to Bahamas next week, so we are wondering if you can help us with some information about your arrival in Bahamas…
    Did you have to take a Covid test before you sail to the Bahamas?
    Did you have to fill up some information online before your arrival or did you just do all the paperwork in Mathews town?

    Thank you very much for your help and guidance.

    Lucas and Maria

    Gefällt 1 Person

  4. Hello Lucas, hello Maria,

    Yes, you need a PCR-COVID-Test to apply for the Bahamas-Health-Visa that is mandatory to enter the Bahamas. The application should be done online: http://www.travel.gov.bs
    The Bahamas ask for 24 hours of office time to work on it. Sometimes thy are much quicker, sometimes it takes longer. In this case you should phone +1 242 502 0829 to speed up the process, they might finish during your call.
    After this, 70 US$ per Person have to be payed. Don’t arrive without Bahamas Health Visa, fines can be pretty high.
    Next thing than is to apply for the Cruising Permit, http://www.besw.gov.bs („click2clear“) but this can be done in Matthew Town, too, if need be. Remember you also have to pay the 300 US$ for the Cruising Permit.
    We have written about our experience with this system in the blogpost https://syflora.blog/2021/03/19/auf-in-die-bahamas/ and the following posts.
    Have a safe and fun travel, hope to meet you in the Bahamas.
    Ralf

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