Passage nach Samoa, Tag 1

Bob ist am Montag wieder im Einsatz im kargen Übergangsbüro des Zolls, wir können also in Aitutaki ausklarieren. Interessanterweise sind dafür mehr Angaben zu machen als beim Einklarieren, so sollen wir zum Beispiel die Marke und das Fassungsvermögen der Rettungsinsel und die Seriennummer der EPIRB Seenotfunkbake im Formular eintragen.

Aber gut, letztlich klappt alles und kurz vor Mittag laufen wir aus.

Die Bedingungen sind gut, um sich in die Passage einzugewöhnen. Nicht allzu schaukelig, etwa 2 m seitliche Ozeanwelle. Erst Segeln wir auf Steuerbordbug mit Fock und Großsegel, seit heute früh ist die Fock an Backbord ausgebaumt. Schmetterlings-Segeln.

Ein schöner Sonnenuntergang und zudem fast Vollmond. Jeder von uns hat eine Nachtwache von vier Stunden, also 8 Stunden Freiwache. Das ist komfortabel, auch wenn der Schlaf in den ersten beiden Nächten einer Passage meist noch nicht so gut ist. Das Wetter ist etwas besser geworden. Bob hatte uns noch offenbart, dass auf Aitutaki um Vollmond und Neumond herum jeweils mit unstetem Wetter und Regen zu rechnen ist. Tatsächlich hat es bis kurz vor unserer Abfahrt genieselt.

Aber die Nacht bleibt trocken und es gibt auch einen schönen Sonnenaufgang.

Essen: Asiatische Glasnudelpfanne mit Pak Choy.

Etmal: 138 sm, noch etwa 632 sm bis Apia/Samoa.

Passage zu den Cook Islands, Tag 6: angekommen auf Aitutaki

Kiaorana. Das K vorne ist neu, in Französisch Polynesien hieß es zur Begrüßung noch Iaorana. Aber hier in den Cook Islands ist es eben ähnlich, aber anders. Vielleicht noch ein bisschen entspannter.

Gut gemeint 😇 ist ja manchmal das Gegenteil von Gut gemacht. Um vernünftig einklarieren zu können, wollen wir extra nicht am Wochenende ankommen, Montag scheint die bessere Wahl. Bloß, Montag, der zweite Juni ist naturgemäß der erste Montag im Juni, und da wird auf den Cookinseln „Kings Birthday“ begangen, ein nationaler Feiertag. Behörden also grundsätzlich geschlossen. Aber eben nur grundsätzlich.

Gleich sechs Boote kommen heute im kleinen Hafen von Aitutaki auf den Cookinseln an und würden gern einklarieren. Da kommen die Behördenvertreter dann auch an ihrem eigentlich freien Tag raus. Das ermöglicht uns, die Q-Flagge einzuholen und an Land zu gehen. Da wird dann auch schon mal das „Office“ eingepackt und der Papierkram auf der Sitzfläche des Scooters am Dock erledigt. 31 Tage dürfen wir bleiben, „enjoy the Island“.

„Meitaki“ dafür, also Dankeschön. Das hätte in Französisch Polynesien noch „Māuruuru“ geheißen, da werden die Unterschiede in den polynesischen Sprachen dann schon deutlicher.

Jedenfalls haben wir genug Gelegenheit, uns zu bedanken, insbesondere auch bei anderen Seglern. Aitutaki ist ein nicht ganz unkomplizierter Hafen. Die Lagune hat keinen für Yachten schiffbaren Zugang, es gibt aber eine schmale Rinne zu einem künstlichen Hafenbecken.

Die Rinne neigt zur Verlandung, wird aber gelegentlich ausgebaggert. Barbara von der Lille Venn hatte uns berichtet, dass dies kürzlich wieder erfolgt sei. Schon mal die halbe Miete. Die schmale Rinne wartet mit starker Tidenströmung auf. Aktuelle Tiefenangaben für den Hafen sind schwer zu erhalten. Das Wasser ist milchig undurchsichtig. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Segelboote im Hafen weder an einem Steg, noch direkt an der Pier anlegen können. Vielmehr wird geankert, um dann vom Heck aus Landleinen auszubringen. Direkt von Bord gehen kann man trotzdem nicht, weil das Heck mangels Wassertiefe fast überall Abstand von der Pier halten muss. Aber ist in dem engen Hafen überhaupt Platz für uns?

Tja, quasi als Selbsthilfegruppe gibt es die „Aitutaki Welcoming Group“ auf WhatsApp. Segler, die schon im Hafen liegen, geben hier bereitwillig Auskunft. Und – weit darüber hinaus – helfen sie bei der Planung und der Ankunft. Das geht so weit, dass sie die aktuellen Tiefen und Strömungen messen, sogar einen Plan für die bestmögliche Unterbringung der erwarteten Boote erstellen und in die Gruppe posten. Das sieht dann so aus:

Gemeinsam mit drei weiteren frühmorgens angekommenen Booten drehen vor Aitutaki bei und warten auf ein Abschwächen der noch sehr kräftigen Strömung. Als wir dann einlaufen, werden wir von vier(sic!) Dinghies erwartet, die uns zum Platz geleiten, den besten Platz für den Anker zeigen und unsere Heckleinen übernehmen. Die Leinen werden an weitere Helfer auf der Pier übergeben, die damit auf die Lagunenseite der Pier hinübergehend die Leinen an den dortigen Felsen festmachen. Wir holen die Lose aus den Leinen und sind fest.

Was für ein Service, nur eben nicht vom Hafen, sondern komplett von anderen, uns bisher unbekannten Seglern. Wow.

Und so kommen auch wir unbeschadet zu unserem ziemlich ungewöhnlichen Hafenplatz an der Westpier.

Um so schöner, dass ein Großteil der von der Passage doch recht müden Neuankömmlinge am Abend auf eben dieser Westpier mit den Helfern die erfolgreiche Aktion feiern.

Meitaki.

Passage zu den Cook Islands, Tag 3

Es ist eine Schande, jetzt schon wieder von Maupiha’a abzufahren. Es ist soooo schön dort. Warum wir es trotzdem machen? Wenn wir länger bleiben, schickt ein Wettersystem aus dem Süden hohe Wellen zu uns hinauf. Bei gleichzeitig abnehmendem Wind würde das eher unangenehme Bedingungen für eine Passage bedeuten.

Die Abfahrt ist trotzdem nicht ganz einfach zu planen. Für die Fahrt durch die Lagune und den engen Pass hätten wir gern eine hoch stehende Sonne und idealerweise auch keine zu starke Tidenströmung im Pass. Um Mittag herum wäre gut dafür. Allerdings sind es 360 Seemeilen von Maupiha’a bis nach Aitutaki in den Cook Inseln. Das bedeutet bei ideal schneller Fahrt zwei Tage, etwas konservativer gerechnet 2 1/2 Tage bzw. 60 Stunden. Bei Mittagsabfahrt heißt das Ankunft in der Nacht. Nicht ideal, aber wir können ja vielleicht langsamer segeln.

Also fahren wir tatsächlich mittags ab, kommen gut (wenn auch etwas angespannt) durch den 20 m engen Pass und setzen das Großsegel gleich im ersten Reff. Immer noch zu schnell. Wir wechseln ins zweite Reff. Sehr angenehmes Segeln.

Vielleicht nochmal ein bisschen Orientierung. Der Blick auf den Globus zeigt im Südpazifik ja fast durchgehend Wasser. Die Cookinseln sind ein unabhängiger Insel-Staat im Südpazifik in „freier Assoziierung mit Neuseeland“. So ist etwa die Währung an den Neuseeländischen Dollar gekoppelt und die Staatsbürgerschaft ist tatsächlich Neuseeländisch mit einem besonderen Status hinsichtlich der Cookinseln.

Und da, genauer gesagt nach Aitutaki in den Südlichen Cookinseln, wollen wir jetzt erstmal hin.

Elisa kocht, es gibt Bratkartoffeln und dazu Ratatouillereste von gestern. Lecker.😋

Schon wieder Abschied: von unseren Freunden und von den Tuamotus

Seit über drei Jahren segeln wir jetzt schon im Pazifik, im März 2022 hat Flora den Panamakanal passiert. Danach ging es über Galapagos und Hawai’i zum bisher nördlichsten Punkt unserer Reise, nach Alaska. Und jetzt sind wir schon seit einem guten Jahr in Französisch Polynesien, im März 2024 kamen wir auf dem Gambier-Archipel und damit der bisher südlichsten von uns bereisten Region an.

Und jetzt? Ein wenig bleiben wir noch in Französisch Polynesien, aber nach einem knappen halben Jahr in den flachen Atollen der Tuamotus heißt es, von einer weiteren Inselgruppe Abschied zu nehmen. Es ist schön, dass wir unseren Freunden Karen und Steve vorher noch ein paar Highlights der Tuamotus zeigen können.

Von Fakarava aus geht’s zunächst hoch nach Toau.

Herrliches sportliches Segeln und dann ebenso wunderbares Schnorcheln im Coral Garden.

Ein Hike zum Außenriff mit seinen Tide-Pools, in denen wir bei Ebbe herumwaten, Seesterne, Krebse und Fische beobachten, darunter gleich mehrere Muränen.

Das Wetter spielt mit, auch zurück nach Fakarava und durch die Lagune hinunter zum Südpass können wir segeln. Ein Tauchgang an der Wall of Sharks für Steve und mich, …

… Driftschnorcheln für Karen und Wiebke. Und am nächsten Tag noch zwei weitere Schnorchelgänge im Südpass für uns vier, einmal auf der West-, einmal auf der Ostseite. Beide haben ganz unterschiedliche Reize und beide sind einfach fantastisch.

Ganz nebenbei darf Elektriker Steve bei uns an Bord natürlich auch arbeiten, er hatte mehrfach danach gefragt.

Erfolgreich kümmern wir uns gemeinsam um ein Problem mit unserem EmpirBus-System (natürlich im schwer zugänglichen Knotenpunkt unter unserer Spüle) und um den Austausch der Kondensatoren unseres Generators, der zuvor die Spannung nicht mehr konstant halten wollte.

Zurück im Hauptort Rotoava treffen wir bei einem unserer Spaziergänge auch Jakob wieder, der uns gleich erkennt. Bereitwillig zeigt er auch Karen und Steve noch einmal den Prozess der Kopra-Herstellung und er lässt es sich auch nicht nehmen, uns wieder mit frischen Trinknüssen zu versorgen.

Überhaupt, Rotoava mit seinen freundlichen Bewohnern und den herrlichen Blicken auf die Lagune macht uns den Abschied nicht leicht.

Aber es hilft ja nichts. Die kurze Urlaubszeit unserer Freunde ist um, mit dem Dinghy bringen wir Karen und Steve zum Flughafen.

Und wir? Ein kurzes Wetterfenster für die Fahrt nach Papeete tut sich auf, danach soll ein System weit im Süden hohe Wellen und einigen Regen zu uns hinaufschicken. Noch am Nachmittag lichten wir den Anker. Tschüss Tuamotus, es geht westwärts. Tatsächlich können wir nach anfänglichem Motoren durch die erste Nacht fast die gesamte Strecke herrlich segeln, selbst die Squalls verschonen uns weitgehend und bescheren uns nur ein paar schöne Regenbögen.

Erst in der zweiten Nacht, bei der Ansteuerung von Tahiti, verschlechtert sich das Wetter zusehends.

Im Morgengrauen begrüßt uns Papeete dann mit Weltuntergangsstimmung. Kaum am Ankerplatz angekommen will es dann auch gar nicht mehr aufhören zu regnen.

Gutes Timing.

Tannenbäume in Toau

Die Fahrt nach Toau ist ziemlich flott. Mit der Lille Venn, der Freefall und der My Motu machen wir uns auf den Weg und können auch gleich die Segel ausrollen. Der Kurs passt perfekt, in der Lagune von Fakarava, durch den Nordpass hinaus und den ganzen Weg hoch nach Toau können wir segeln. Teils recht sportlich, der Wind nimmt zwischendurch ordentlich zu …

… zumeist aber doch recht gemütlich. Und am Ankerplatz Coral Garden in Toau ist es dann ohnehin wieder herrlich ruhig.

Sogar so ruhig, dass es für das Wingfoilen an einigen Tagen schlicht nicht genug Wind hat. Macht aber nichts, dann verlagert sich die sportliche Aktivität halt zum Schnorcheln, der Name des Ankerplatzes ist schließlich auch Programm.

Die “Winterlandschaft” mit bunten Tannenbäumen könnten wir vielleicht als Aprilscherz aufnehmen, aber …

… na klar, die ausgestülpten farbigen Kiemen der Weihnachtsbaum-Würmer in den Steinkorallen haben uns ja schon öfter beeindruckt. Trotzdem, so gehäuft wie hier haben wir sie selten gesehen.

Und wie dazu passend dazu veranstaltet eine Strichpunkt-Meerbarbe (Dot-and-dash-Goatfish) “Schneegestöber” auf dem hellen Sandgrund.

❄️ 😉

Wieder zur Wall of Sharks, aber erst einmal Marlin!

Der Wecker klingelt um kurz nach fünf. Früh raus, das passt gut mit der Tide im Pass von Tahanea und es gibt uns außerdem genügend Zeit, um bei Tageslicht in Fakarava anzukommen.

Tatsächlich können wir praktisch die gesamte Strecke von etwas über 50 Seemeilen wunderbar segeln, größtenteils unter Gennaker. Am Anfang klassisch, zwischendurch auch mal ohne Großsegel, am Ende dann Schmetterling mit Gennaker und Groß.

Ein traumhafter Segeltag. Einziger Wermutstropfen: wieder kein Fisch gefangen.

Das allerdings erweist sich als nicht so tragisch. Die parallel segelnde Freefall verkündet in unserer WhatsApp-Gruppe: Fisch für alle! Sie haben einen knapp unter 2.5 Meter langen Marlin an Bord gezogen.

Photo credit: Theresa, SV Freefall

Kein Wunder, dass sie plötzlich etwas langsamer geworden und als letzte beim Ankerplatz am Südpass ankommen. Allerdings hat sich Joe beim Ausnehmen an der Hand verletzt, Hilfe beim Filetieren wäre also gewünscht.

Das übernehme ich doch gerne und ich bekomme es auch gerade noch vor dem Dunkelwerden hin. Der schon kopflose Marlin auf dem Heck der Freefall:

Die Wall of Sharks muss also noch etwas warten. Allerdings versammeln sich einige Haie hinter der Freefall, obwohl wir die Abfälle natürlich extra in großer Entfernung vom Ankerplatz entsorgen. Allein das Sauberspülen des Hecks sorgt schon dafür, dass die nächsten beiden Tage niemand von Bord der Freefall aus ins Wasser gehen möchte. 20 Haie direkt am Schiff zählt Joe. Flora liegt nur 100 m weiter vor Anker, aufgeregte Haie zeigen sich bei uns aber zum Glück nicht.

😉

Kreuz nach Tahanea

Wir machen uns auf nach Tahanea. Schon wieder? 78 Atolle gibt es in den Tuamotus, aber nur weniger als 20 von ihnen haben gut befahrbare Pässe und werden häufiger von Segelbooten angelaufen. Mehrere stehen noch auf unserer Wunschliste, aber bisher haben wir tatsächlich erst 8 Atolle der Tuamotus besucht. Einige allerdings mehrfach. Fakarava, Toau und eben Tahanea. Das es uns jetzt schon wieder dorthin zieht hat mehrere Gründe. Zum einen gefällt uns dieses unbewohnte Atoll einfach ausnehmend gut. Das Wasser ist auch in der Lagune meistens herrlich klar, in den gleich drei Pässen lässt es sich wunderbar schnorcheln. Es finden sich markante Riffformationen (wie etwa die “7”) und die mit Palmen bestandenen Motus bieten guten Schutz gegen die vorherrschenden Winde, außerdem sind die Bedingungen zum Wingfoilen einfach Klasse. Tahanea ist also ganz sicher eines unserer Lieblingsatolle.

Das wir jetzt schon wieder nach Tahanea segeln (und dabei auf der Strecke auch noch Aratika und Kauehi links liegen lassen) hat aber vor allem einen Grund: wir wollen unsere Freunde von der Lille Venn unbedingt noch wieder treffen, bevor sie sich deutlich früher als wir auf den weiteren Weg nach Westen machen.

Einen Tag verschieben wir die Fahrt noch, zu viele Gewitter sind angesagt. Dann aber sieht die Vorhersage für den 84 Seemeilen langen Törn recht gut aus. Mit dem prognostizierten Ostnordost sollten wir ab der Nordspitze von Fakarava eigentlich direkten Weg nach Tahanea segeln können. EIGENTLICH.

Tatsächlich aber weigert sich der Wind, auf die ihm zugedachte Richtung zu drehen und bleibt auf Ostsüdost. Da unser Ziel in Richtung Südost liegt können wir eben nicht den geraden Weg segeln, sondern müssen gegen eine frische Brise und die entsprechenden Wellen aufkreuzen. Außerdem werden es so 112 Seemeilen, das morgendliche Stillwasser im Pass von Tahanea, nachdem wir unsere Abfahrtszeit ausgerichtet haben, können wir nicht erreichen.

Eine Nachtfahrt ist es ohnehin, wir versuchen also, dann eben zum Mittagshochwasser am Pass zu sein.

Immerhin: wir sehen zwar Wetterleuchten am Horizont, aber ein Gewitter erwischt uns nicht. Auch von Squalls werden wir weitgehend verschont. Nur einmal erwischt uns solch eine turbulente Wolke. Ziemlich genau zu Sonnenuntergang.

Sie scheint uns auch noch hämisch anzugrinsen. Dieser Lichteffekt ist um so erstaunlicher, als nicht das helle Licht durch die Wolke hindurch scheint. Ganz im Gegenteil, die Sonne geht gleichzeitig gerade auf der anderen Seite der Flora unter:

Wie auch immer, einen Augenblick später springt die Windstärke um 10 kn nach oben und Flora holt trotz vorsorglichem zweitem Reff ordentlich über.

Keineswegs der optimale Beginn für die Nacht und hoch am Wind durch Wellen bolzen ist halt auch nicht eben der Lieblingskurs für die Freiwache, aber abgesehen von dem erforderlichen Zickzack-Kurs kommen wir dann doch einigermaßen gut durch.

Unser Zickzack-Kurs von Fakarava nach Tahanea auf MarineTraffic

Tatsächlich schaffen wir es auch noch, nur wenig nach Stillwasser am Pass von Tahanea anzukommen und ohne Probleme in die Lagune einzulaufen. Barbara und Ralph heißen uns herzlich willkommen, bevor Wiebke und ich mit einem ausgedehnten Mittagsschlaf die etwas unruhigen Freiwachen der Nacht wieder ausgleichen.

Es fühlt sich richtig gut an, wieder in Tahanea zu sein!

Abschied und zurück nach Fakarava

Es ist mal wieder einer von diesen traurigen Abschieden, die zu den Cruiser-Freundschaften einfach dazugehören. Ingo und Andrea von der Easy-One bleiben (mit Heike und Jürgen von der Valentin und Silke von der Ocean Maiden) in Toau.

Wir aber verlassen dieses „deutsche Dorf“, segeln nach Fakarava. Schließlich wollen wir Katrin auch noch den Ort Rotoava, den herrlichen Südpass und die traumhafte Ankerbucht Hirifa zeigen, bevor sie uns Mitte nächster Woche schon wieder verlässt.

In Rotoava kaufen wir noch ein bisschen ein, schlendern durch den Ort, zeigen Katrin die Kirche mit ihrem Muschelkettenschmuck, den polynesischen Holzschnitzereien und den Auster-Perlmuttverzierungen.

Und natürlich darf auch der so typisch polynesische Blumenschmuck im Haar nicht fehlen. Vor der Kirche treffen wir auch Poline wieder. Sie erklärt uns hinsichtlich der Blumen, traditionell sei hier keine Aussage (verheiratet oder nicht) damit verbunden, hinter welchem Ohr die Blume getragen werde.

Von Rotoava aus segeln wir längs durch das Atoll hinunter zum Südpass.

Der Ankerplatz zeigt sich aber so rollig, dass wir gleich nach Hirifa weiterfahren und dort für die Nacht ankern. Zwar ist es am nächsten Tag etwas ruhiger, trotzdem fahren wir mit Flora nur für eine Stipvisite zum Südpass. Bei zwei Driftschnorchelgängen zeigt sich der Südpass von seiner besten Seite, Katrin ist ebenso angetan wie wir.

Nachdem ich die leicht verhakte Ankerkette freigeschnorchelt habe (auf 13m, wenn es noch tiefer gewesen wäre, hätte ich doch meine Tauchausrüstung rauskramen müssen) fahren wir für die Nacht dann aber wieder zurück an den gut geschützten Ankerplatz von Hirifa.

Dort kann ich ausgiebig wingfoilen, Wiebke und Katrin sind dafür mit den Paddelboards unterwegs …

…, schwimmen, und sie erkunden den Strand an der Südspitze von Hirifa.

Die Tage verfliegen, am Mittwoch ist Katrins Zeit an Bord der Flora schon wieder um. Immer diese Abschiede.

Besuch an Bord

Unsere liebe Freundin Katrin kommt mit dem Flugzeug in Fakarava an. Eine praktische Angelegenheit auf diesem Atoll: wir können Katrin einfach mit Florecita abholen, der Flughafen hat einen eigenen Dinghysteg.

Am nächsten morgen segeln wir nach Toau. 15 Seemeilen herrliches Code0-Segeln und auch der Pass in Toau ist dieses Mal absolut friedlich. Zwar haben wir dreieinhalb Knoten mitsetzende Strömung, aber bei dem leichten achterlichen Wind baut sich im Pass absolut keine Welle auf. Nur kurz um die Ecke und wir ankern am Coral Garden. Na klar, gleich mal Schnorcheln. 🤿

Kein schlechter Start.

Und es wird sogar noch besser. Am nächsten Tag hat Andrea Geburtstag. Sektfrühstück mit hausgemachtem Pastazie-Mandeleis an selbst gemachtem Schokolikör auf der Easy-One, so kann der Tag wohl beginnen.

Die eigentliche Feier verlegt das Geburtstagskind dann nachmittags an den Strand, zur Dämmerung hin verlagert es sich ins Wasser:

Geburtstagskind mit Geburtstagsgeschenken

Wow. Was für ein herrlicher Tag.

Und heute?

Katrin, Wiebke, Andrea und Ingo gehen Schnorcheln, Heike und Jürgen von der Valentin, und Bruna und Roberto von der Saude Eterna sowie ich tauchen. Gemeinsam fahren wir mit den Dinghies durch den großen Pass hinaus und dort ins Wasser. Dann geht’s an der Außenseiten der Insel zwischen den Pässen am steilen Dropoff entlang, bevor wir uns von der Tide wieder in den kleineren Pass hineinspülen lassen.

Auffällig ist das stellenweise extrem häufige Vorkommen des Dornenkronenseesterns an diesem Außenriff. Dornenkronenseesterne sind wunderschön anzuschauen, zumal ihre Form und Symmetrie fast an Schneeflocken erinnert:

Aber sie haben auch ihre Schattenseiten. Ihre Dornen sind giftig und können bei Menschen schmerzhaften und zu Komplikationen neigende Stichverletzungen hervorrufen. Also besser nicht anfassen! Vor allem aber schädigen sie die ohnehin schon geschwächten Korallenriffe, denn sie ernähren sich ausschließlich von Steinkorallen. Bei massenhaftem Auftreten hinterlassen sie deshalb praktisch tote Riffe, die sich nur extrem langsam wieder erholen können.

Mancherorts, etwa am australischen Great Barrier Reef, wurden sie daher mit Giftinjektionen in ihre Arme bekämpft. Das ist umstritten, immerhin kommen massenhafte Invasionen dieser Seesterne in natürlichen Zyklen vor. Allerdings haben sich die Abstände dieser Zyklen zuletzt erheblich verkürzt, sodass die Gefahr für einige Riffe deutlich größer geworden ist.

Aber neben den Dornenkronen sehen wir bei diesem Tauchgang dann doch noch einiges mehr. Eine kleine Auswahl:

Für Wiebke und Katrin war der einstündige Schnorchelgang offenbar noch nicht Sport genug für den Tag. Sie legen auch noch eine ausgiebige Tour auf den Paddelboards drauf, bietet sich bei den fast windstillen Bedingungen aber ja auch an.

Zur Erholung dann Hängematte auf dem Vorschiff.

Andrea kommt übrigens noch um einiges später von ihrer eigenen Paddeltour zurück. Immerhin aber noch, bevor die Venus mit dem Ankerlicht der Easy-One um die Wette strahlt:

Uns geht’s gut.

Fakarava Südpass mit Schwärmen 🤩 über und unter Wasser

Wir segeln zurück an den Südpass von Fakarava. Bei leichten südöstlichen Winden ist es dort einfach traumhaft.

Neben dem Farbenspiel von Wasser, Riff und Himmel begeistert uns einmal mehr auch die Tierwelt. Nein, diesmal nicht die Haie des Südpasses, denn wir machen dort statt eines weiteren Tauchganges dieses Mal wieder einen Driftschnorchelgang.

Die schiere Menge an Fischen ist beeindruckend, und oft genug scheinen sie in den Farben nicht hinter der Landschaft zurückbleiben zu wollen. Seien es Meerbarben, knallbunte Papageifische (mit ihrem charakteristischen Schnabel), Doktorfische, die riesigen Napoleonfische, Riffbarsche, Falterfische und noch so viele mehr (Gerne durchklicken für bessere Auflösung)!

Schwärme gibt’s aber auch auf dem Wasser bzw. in der Luft. Mehrere Hundert Noddy-Seeschwalben lassen sich direkt am Boot nieder.

Man kann hier so leicht ins Schwärmen geraten.

☺️