Passage Minerva nach Fiji, Tag 2

Es bleibt abwechslungsreich. Wir wechseln wieder mehrfach die Seite, auf der wir die Fock fahren, der Großbaum bleibt mit Bullenstander gesichert an Backbord. Diesmal sind aber auch zwei Flautenfelder dabei, in denen wir erst relativ lange sutje vorwärts dümpeln und dann doch einmal eine dreiviertel Stunde, ein andermal gar drei Stunden motoren.

Ansonsten aber ist es ein schöner, variantenreicher Segeltag. Klar, auch mal ein Squall dazwischen mit mehr Wind und auch etwas Regen. Aber die ganze Segelgarderobe kommt zum Einsatz, neben Fock und Großsegel sowohl Code0 als auch der große blaue Gennaker.

Letzterer zieht uns – Land Ho! – zwischen den ersten zu Fiji gehörenden Inseln hindurch. Zunächst erspähen wir Matuku Island:

Diese Insel böte zwar auch Ankerplätze, aber bisher dürfen wir dort noch nicht hin. Als erstes muss einer der ausgewiesenen „Port of Entry“ zum Einklarieren angelaufen werden. Neben dem industriellen Hafen des Hauptortes Suva wären das Lautoka sowie die Marinas Vuda und Denerau (jeweils auf der weit westlich gelegenen Hauptinsel Viti Levu), zudem das völlig abgelegen auf halbem Weg nach Tuvalu liegende Rotuma. Die beiden von uns bevorzugten Ports of Entry sind Levuka und Savusavu, denn sie liegen weiter im Osten von Fiji. Das soll uns nach dem Einklarieren den Weg in die nochmals weiter östlich liegenden Inseln der Lau-Gruppe erleichtern, denn dorthin gilt es gegen den vorherrschenden Südostpassat zu navigieren.

Obwohl Levuka dafür noch ein bisschen günstiger wäre, haben wir uns zum Einklarieren in Savusavu auf Fijis zweitgrößter Insel Vanua Levu entschieden. Hier finden sich bessere Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten. Da wir ja keine frischen Sachen einführen dürfen ist das nicht ganz unerheblich, zumal es uns danach zunächst in die abgelegenen Lau-Gruppe zieht.

Etmal: 114 Seemeilen, gesamt bisher seit Minerva 255 Seemeilen, noch zu Segeln bis Savusavu etwa 150 Seemeilen.

Essen: Bratkartoffeln mit Rührei, Möhren und Bacon.

Passage Minerva nach Fiji, Tag 1

Und wieder Ozeansegeln. Die Wellen sind immer noch bei 2,5 m Höhe (aus Südwest), der Wind pendelt zwischen Südost und Süd und ist auch in der Stärke ziemlich variabel.

Wir haben einen Spinnakerbaum an Steuerbord fest geriggt und die Fock in den ersten 24 Stunden sechsmal zwischen dem Spibaum und der normalen Backbord-Schot hin und her gewechselt.

Schauer ziehen immer mal wieder durch und bringen weitere Abwechslung ins Wettergeschehen.

Zum Ende des ersten Tages dann auch noch mal 45 Minuten motoren durch eine Flaute, bei der der hohe Ozeanschwell uns ordentlich durchschüttelt.

Stimmung an Bord ist aber gut, bisher keine Seekrankheit.

Die Scout und die Quantum sind am selben Vormittag ein paar Stunden vor uns losgefahren, insofern können wir bisher meist zumindest eines der beiden anderen Boote auf dem AIS sehen.

Mit dem Hörbuch „Sugar“ stimmen wir uns schon mal auf Fiji ein.

Etmal: 141 Seemeilen, noch circa 290 Seemeilen bis Fiji.

Essen: Wiebke hat in Minerva Steckrübensuppe vorgekocht. Unsere Würstchen (mit Schweinefleisch) müssen aufgegessen werden, die dürfen ebenso wie Obst, Gemüse und Honig nicht nach Fiji eingeführt werden.

Tagesausflug nach Fiji?!?

Es geht uns schon viel besser. Weil wir mit den noch verheilenden Wunden aber erstmal nicht ins Wasser wollen und mit der Antibiotika-Behandlung auch intensive Sonne meiden sollten, nutzen wir spontan die Gelegenheit einfach mal einen Ausflug zu machen. Einen längeren.

Wir beschließen, Flora in der Marina in Apia spinnennetzmäßig zu vertäuen und für einen Monat nach Deutschland zu fliegen.

Dabei können wir dann auch ein paar Ersatzteile besorgen und sowieso in Deutschland einige Sachen erledigen.

Wir bekommen sogar kurzfristig einigermaßen preiswerte Flüge. Und so zeigt uns das Bild auf dem Flug von Apia nach Nadi in Fiji. Allerdings ist der Flugplan hinsichtlich der Reisedauer nicht eben optimal. Morgens um 5.00 Uhr fliegen wir in Samoa los, in Fiji haben wir dann von 6:30 bis 22:50 Aufenthalt.

Ein Tag in Fiji. 😊

Wir machen das Beste daraus, nehmen uns einen Mietwagen und erkunden ein bisschen die Insel (Viti Levu). Schauen uns frühmorgens die Vuda Marina an,

… fahren dann weiter zum Markt in Lautoka …

… bestaunen die vielen üppig mit Zuckerrohr von den allgegenwärtigen Plantagen beladenen LKW …

… und wir treffen uns mit unseren Segelfreunden von der My Motu in Port Denarau:

Zwischendurch sind wir allerdings so platt, dass wir im Mietwagen ein Nickerchen auf dem Parkplatz in Port Denarau einlegen.

Tja, und jetzt sitzen wir im Flughafen von Nadi und warten auf den Weiterflug nach Singapur. Nach diesem Nachtflug soll es dann morgen Vormittag nach Frankfurt weitergehen, Ankunft dort (und auch noch in Hamburg) Donnerstag Abend.

Dürfte noch ein ziemlicher Schlauch werden, aber wie Wiebke so treffend sagt: Immerhin werden wir chauffiert und müssen nicht selber fahren.

Und dann ein Monat „Heimaturlaub“, das lockt schon sehr!