Hat die Dinghy-Reparatur geklappt? Leider nicht ganz. Die Bugkammer ist ziemlich dicht und verliert nur ganz langsam Luft. Den Riss in der Steuerbordluftkammer des Beibootes haben wir weniger gut geflickt bekommen. Wir könnten jetzt zwar zur Not an Land fahren, müssten vor der Rückfahrt aber nachpumpen.
Notiz an mich selbst:
1) das begrenzte Material eines Dinghy-Reparaturset reicht möglicherweise nicht.
2) die Sets werden mit der Zeit alt. Rechtzeitig erneuern.
Wir beschließen, uns zeitnah in Richtung Festland zu orientieren. Dort können wir Material nachkaufen oder das Dinghy vielleicht gleich professionell reparieren lassen. Also verabschieden wir uns schon nach ein paar Tagen wieder von Great Barrier Island. Diesen Namen hat die schöne Insel Aotea übrigens 1769 von Captain Cook bekommen. Ziemlich passend, denn der zwischen Auckland und der Coromandel-Halbinsel liegende Hauraki-Golf wird nach Norden und Nordosten durch Little Barrier Island und eben Great Barrier Island zusätzlich geschützt.
Und in diesem Hauraki-Golf orientieren wir uns jetzt nach Westen. Wieder wird es ein ganz wunderbarer Segeltag. Ziel ist Kawau-Island, dicht an der neuseeländischen Nordinsel gelegen.
Dass die Segelsaison in Neuseeland jetzt beginnt, haben wir schon auf Great Barrier gemerkt. An diesem Wochenende geht es offenbar richtig los, denn Montag ist Feiertag (Labour Day). Hatten wir unseren Ankerplatz zunächst ganz für uns, trudelten ab Donnerstag Abend mehr und mehr Boote ein. Am Ende konnten wir aus dem Cockpit heraus 8 andere Boote sehen.
Das war allerdings nichts gegen das Gewusel, das wir am Ankerplatz in Kawau vorfinden.
Quirlig, auch ein bisschen lauter, trotzdem sehr entspannt. Sommerstimmung im Frühling (Ende Oktober hier entspricht Ende April auf der Nordhalbkugel).
Ankerlieger dicht an dicht, immer weitere kommen dazu. Klönschnack von Schiff zu Schiff. Boote gehen vor Anker ins Päckchen, Kanuten, Ruderboote und Dinghies suchen sich einen Weg, Kinder werden auf Ring-Tubes geschleppt und jauchzen vor Freude, vom Bistro am Ufer klingt eine Live-Band herüber.





Was für ein Gegensatz zu unserer Ankunft auf Great Barrier Island.
Man merkt das lange Wochenende, die Freude auf den Sommer und ganz sicher auch die Nähe zu Auckland und seinen Vororten. Und wer wollte einen solchen herrlich lauen Abend nicht auskosten?
