Halb und Halb

Musket Cove auf Malolo Island

Unser Segel hat sich immer noch nicht wieder angefunden. Extrem ärgerlich. Wir haben schon mal Anfragen für eine neue Fock gestartet, aber die würde uns wahrscheinlich nicht mehr in Fiji erreichen, sondern bestenfalls in Neuseeland.

Aber: bis zum 14. September hätten wir Fiji verlassen müssen, kurz vorher bekommen wir eine Email, es klappt dann doch noch mit der zweimonatigen Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis. Pfff. Durchatmen. Unsere Reisepässe müssen wir bei der Immigration mit neuen Stempeln versehen lassen. Bevor wir dazu wieder nach Denarau zurücksegeln, machen wir noch einen herrlichen Spaziergang über Malolo Island. Die Ankerbucht von Musket Cove füllt sich immer mehr. Die Fiji Regatta Week mit der 42. Musket Cove Regatta steht an, in diesem Jahr wird zugleich der 50. Geburtstag des Musket Cove Island Resorts gefeiert. Neben Segelregatten gibt’s Kostümfeiern mit „Pirate Days“ und ähnlichem Spektakel.

Das ist nicht so unser Ding, das Timing passt also ganz gut für unsere Weiterfahrt.

Die Immigration in Denarau ist zwar besetzt, aber den erforderlichen Stempel hat man leider nicht vor Ort. Also ins Taxi gesprungen und zur Immigration nahe des Flughafens von Nadi. Das Gebäude kennen wir schon von der Beglaubigung unserer aktuellen Fotos im Passfoto-Format. Immerhin, alles klappt, Stempel in den Pässen und wir dürfen bis maximal 14. November in Fiji bleiben.

Als wir die Bucht vor Denarau verlassen, kommen wir an der schon vor drei Jahren außer Dienst gestellten „Reef Endevour“ vorbei. Der kleine Kreuzfahrer hat einige Zeit lang Touren durch die Yasawa-Inseln gemacht, jetzt aber rottet er am Rande des Ankerplatzes langsam vor sich hin und wird anscheinend nach und nach ausgeschlachtet, ein trauriger Anblick.

Das alte Schiffe auch ganz erfreulich anzuschauen sein können, belegt die gegenüber ankernde Luxusyacht „Haida“:

Sie wurde 1929 auf der Krupp-Werft in Kiel für den Lebensmittelproduzenten Max C. Fleischmann gebaut, ist heute aber bekannter wegen ihres Auftritts im Film „Mama Mia“ von 2008.

Deutlich wird bei beiden Schiffen, dass wir jetzt im Westen von Fiji und damit im touristisch stärker erschlossenen Teil des Landes unterwegs sind. Die Inselgruppe der Yasawas ist vergleichsweise gut an den internationalen Flughafen Nadi angebunden, auf den meisten Eilanden hier gibt es gleich mehrere Resorts. Die ganz überwiegende Zahl der Gäste kommt aus Neuseeland und Australien eingeflogen.

Sie (und wir) erwarten Traumstrände und Palmen und die gibt es hier, na klar. Für uns ein bisschen überraschend: es sind keineswegs lediglich niedrige Atolle, überwiegend schmiegen sich die Resorts eher unauffällig in eine Landschaft, die auch eine rauhe Schönheit mitbringt.

Steile Berghänge, Felsformationen mit zackigen Graten und Resten der Schlote uralter Vulkane aus dem Eozän. Kein Wunder, dass die Yasawas und die südlich anschließenden Mamanuca Islands als Filmlocation der internationalen Reality-TV-Serie „Survivor“ dienen.

Seglerisch spannend: die Inseln der Yasawa-Gruppe sind nicht von einem durchgehenden Saumriff geschützt, der Ozeanschwell findet zumeist einen Weg an den Ankerplatz. Gebremst wird der Schwell nur von unzähligen einzelnen Riffen, die wild um die Inseln verstreut liegen und aufmerksame Navigation erfordern. Wir arbeiten uns entsprechend vorsichtig im Zickzack an der Westküste von Naviti Island hinauf zum Ankerplatz in der Vunayawa Bay. Sie soll uns Schutz bieten vor dem starken Südschwell, der mit bis zu vier Metern Wellenhöhe am Wochenende Fiji erreich könnte.

Ein erster Ankerversuch lässt uns dann doch für unseren Geschmack etwas zu nah an die scharfen Korallen vor dem Strand heran schwoien, die Drohne macht das sichtbarer als es der Blick vom Boot aus gezeigt hat.

Wir ankern lieber ein weiteres Mal und diesmal passt es gut. Kaum ist der Anker wieder in den Sandgrund eingefahren, verschlechtert sich auch das Wetter, Regen und kräftiger Südwind stellen sich ein.

Einkuscheln an Bord.