Aitutaki, einfach anders.

Hier auf Aitutaki geht es gemächlich zu. Selbst der Himmel scheint irgendwie uns zu gehören 😉.

Aber es gilt ja: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Also wird der Salon unserer Flora kurzerhand in ein Studio für das (wegen der Zeitverschiebung) nächtliche Bewerbungsgespräch unseres Patenkindes eingerichtet.

Für mich gibt’s am nächsten Morgen erst einmal Arbeit auf dem Nachbarboot. Der französischen „Arantelle“ ist auf der Passage das Spi-Fall gebrochen und sie sind leider von Höhenangst geplagt. Ich lasse mich in den Mast ihrer Amel ziehen. Zwar ist das Ende des Falls komplett im Mast verschwunden und lässt sich nicht oben herausziehen, aber von oben neu eingefädelt, kann es am Mastfuß herausgefischt werden. Mission erfolgreich.

Jetzt, wo das Klettergeschirr schon mal herausgesucht ist, können wir gleich auch auf unserem Boot noch einmal das Rigg überprüfen. Elisa möchte gerne hoch, also übernimmt sie diese Aufgabe.

Von oben sieht man besonders gut das Zickzack-Gewirr von Heckleinen, die von den geankerten Booten quer über die Pier zu den Felsen auf der Lagunenseite laufen.

Für den Landgang hangeln wir uns im Dinghy an den Leinen hinüber und machen mit Rollern eine weitere Tour über die Insel.

Die sanft gewellte Landschaft bietet immer wieder tolle Ausblicke auf die Lagune und …

… Moment, Ziegen sehen wir häufiger, aber steht da gerade eine Kuh in der Wiese?

Ja, tatsächlich. Schwarzbunte unter Palmen. Aitutaki ist einfach anders.

Gemüsefeld

Wie schon in Französisch Polynesien finden sich auch hier oftmals Gräber auf Privatgrundstücken am Straßenrand, allerdings sind diese auf Aitutaki häufig sehr aufwändig gestaltet. Zum Beispiel überdacht, als Pavillon gestaltet, …

… oder mit einem Hain von Betelnusspalmen umgeben:

Fruchtstand der Betelnuss-Palme

Nebenbei klappern wir auf unserer Tour auch die verschiedenen Supermärkte der Insel ab. Bei Baxter in der Inselmitte finden wir nicht nur ein neues Gaff als Ersatz für den Abgang beim Anbordbringen des letzten Mahi Mahi. Es gibt auch wieder einen (für Elisa) neuen Exoten: wir ergattern einige Drachenfrüchte.

Die schmecken schon pur super 🤩 , und Elisa inspirieren sie außerdem zu unserem Sundowner-Cocktail.

Am nöchsten Tag fahren wir mit dem Dinghy wieder raus ans Außenriff, wo wir an einer kleinen Boje festmachen können. Die Sicht ist dieses Mal besser als bei unserem letzten Versuch und entsprechend bekommen wir auch deutlich mehr von der Unterwasserwelt zu sehen. Endlich entdecken wir auch mehrere der großen Karettschildkröten, für die dieser Platz bekannt ist …

… staunen über die leuchtend blauen Seesterne …

… und können diverse gefleckte Adlerrochen beim Formationsflug durch die vom Riff in die Tiefe des Ozeans führenden Canyons beobachten:

Auch zurück an der Pier des Hafens zeigen sich spannende Tiere. Zwei Riffreiher haben sich auf der Mole niedergelassen. Abhängig von der Population zeigt sich diese Vogelart entweder überwiegend im Hellen oder im dunklen Federkleid (in Neuseeland zum Beispiel fast ausschließlich im dunklen). Hier auf den Cook Islands halten sich beide Farbvarianten ziemlich die Waage. Spannend auch, wie sehr aus dem geduckten Pirschgang heraus der Hals bei scheinbarer Bedrohung gereckt wird.

Überhaupt: die Pier des Hafens. An einem Anschlag sehen wir, dass hier heute ein Angelwettbewerb für die Grundschulklassen stattfindet. Ein Zelt ist auf der Mole aufgebaut und eng bestuhlt. Die Kids werden dort auf den Wettbewerb eingestimmt und schwärmen dann aus. Manche mit modernen Angelrouten und Rolle, andere mit Bambusstock und etwas Leine. Aber alle mit viel Einsatz und Begeisterung.

Und auch mit Angelerfolg:

Grundschule. Einfach mal anders.

Passage zu den Cook Islands, Tag 5

Wir segeln weiter nach Westen. Das beschert uns schöne Sonnenuntergänge vor dem Bug, aber auch tolle Sonnenaufgänge genau in unserem Kielwasser.

Es bleibt dabei: angenehmes Segeln. Die Windstärke variiert ein bisschen, so können wir unsere Segelgarderobe ausprobieren. Sowohl die Fock als auch der Code0 kommen zum Einsatz, dazu wechseln wir durch verschiedene Reffstufen im Großsegel. Eine kurze Schwachwindphase nutzen wir für ein Bad im offenen, hier über 4.000 m tiefen Pazifik.

Aufregenden in diesem riesigen Freibad (auch für uns immer wieder) und trotz 26 Grad Wassertemperatur auch erfrischend, dieser Ausflug in das im mehrfachen Sinne tiefe Blau. Natürlich mit Sicherungsleine 😉, der Schwell stellt sich schließlich nicht so schnell ab.

Außerdem nehmen wir schon mal den Wechsel der Gastlandsflagge vor. Französisch Polynesien wird eingeholt, die Flagge der Cook Inseln gesetzt. Die sieht ein bisschen so aus, als wäre der britische Union Jack mit der Europaflagge vereint, aber die Erklärung ist natürlich eine andere. Der Union Jack im Blue Ensign (Mitglied im Commonwealth of Nations, zudem steht das Blau für den Pazifik ist zugleich eine Anlehnung an die neuseeländische Flagge). Der Kranz von 15 Sternen (nicht 12 wie bei der Europaflagge) steht für die 15 Inseln des Staates.

Vorerst muss darüber noch die gelbe Quarantäne-Flagge gesetzt sein, die wird erst eingeholt wenn wir einklariert sind.

Und sonst: noch eine Nacht, noch etwa 70 Seemeilen liegen vor uns. Zum Abendessen gab’s dann heute Zweierlei vom Mahi Mahi: zuerst eine Flora-Variation des Poisson Cru (roher Mahi Mahi in Limettensaft mariniert, mit Tomate, Gurke, Zwiebeln und Kokosmilch, abgeschmeckt mit Salz, weißem Pfeffer und Sirach). Und als Hauptgang dann eine Poke Bowl mit angebratenem Mahi Mahi auf Reis und Karotten und Salat mit Furikake-Topping.

Weiter geht’s auf Ra’iātea: Perlfarm und Regenwaldfluss

Von unserem Ankerplatz im Südosten der Insel besuchen wir per Dinghy die Ra‘iātea Perlfarm.

Auch unser vierter (Elisas erster) Perlfarmbesuch ist wieder spannend. Wir bekommen einfach nicht genug von den faszinierenden dunklen „Tahiti-Perlen“. Wieder anders präsentiert, wieder Neues gelernt. Und entspannend ist dann der Stop im Restaurant des Opua Beach Hotel auf dem Rückweg zum Boot. Wir lassen es uns gut gehen.

Kontrastprogramm: vom Türkis am Riff im Südosten verholen wir dann ein ganzes Stück nach Norden in die dunkle, tief in die Berge Ra‘iāteas eingeschnittene Baie Faaroa. Das Wasser ist hier bei weitem nicht so klar, aber: das liegt an dem in die Bucht mündenden Fluß Āpo‘omā‘ū. Und diesen immer noch in seinem natürlichen Bett durch das Regenwaldtal mäandernden Wasserlauf wollen wir schließlich befahren.

Mit Flora ist das nicht möglich, sogar für unser Dinghy ist die braun-schlammige Barre an der Mündung nur mit Schwierigkeiten zu passieren. Dann aber schlängelt sich das schmale und manchmal von Baumkronen fast überdachte, jetzt jedoch wieder etwas tiefere Flüsschen malerisch durch das Grün des Waldes.

Neben Palmen säumen vor allem die imposanten Māpė das Wasser, mit ihren Brettwurzeln halten diese „Polynesischen Maronenbäume“ (auch Tahiti-Kastanien genannt) den wenigen Humus fest und wirken manchmal wie eine feste Uferböschung.

Das und einiges mehr bekommen wir im kleinen botanischen Garten erklärt, der uns am Ende unserer Tour den Fluss hinauf erwartet. Darüber hinaus blüht dort eine Vielzahl unterschiedlicher Helikonien / Strelizien in diversen Farben vom schlichten Gelb zur Orange-Pink-grünen Kombination.

Aber eigentlich gilt einmal mehr: der Weg ist das Ziel. Der kleine botanische Garten ist nett, aber die gemächliche Flussfahrt zu ihm und zurück zur Flora ist der eigentliche Kracher.

Dinghy-Ausflug zum Eiscreme-Baum.

Der Wind frischt auf. Vom Pool am Motu Oatara verholen wir die Flora zur tief in die Insel Raiatea einschneidende Baie Faaroa. Dort finden wir deutlich besseren Schutz vor den sich jetzt schnell aufbauenden Wellen. Auch die Easy One und die Moana gehen hier vor Anker. Denn die Bucht hat neben ihrer geschützten Lage noch mehr zu bieten: sie ist gleichzeitig die Mündung des einzigen schiffbaren Flusses in ganz Französisch Polynesien. Wobei: schiffbar ist vielleicht ein bisschen hoch gegriffen. Das Flüsschen Faaroa (manchmal auch Āpo’omā’ū bezeichnet) windet sich von der Bucht Faaroa aus etwa zwei Kilometer ins Landesinnere. Um über die vorgelagerte Barre in das Flüsschen zu gelangen, müssen wir den Außenbordmotor unserer Dinghies hochklappen. So machen es auch die flachgehenden Tourboote, die vereinzelt den Āpo’omā’ū hinauffahren. Ihr Ziel (und auch unseres) ist der kleine Bootsanleger am botanischen Garten.

Die Ausblicke auf der Fahrt dorthin sind malerisch.

Immer enger rücken die Ufer, teils müssen wir wegen überhängender Vegetation schon die Köpfe einziehen.

Der Botanische Garten ist gepflegt und hübsch angelegt mit Gewächsen aus verschiedenen Vegetationszonen der Insel.

Schade nur, dass lediglich einige wenige Schilder uns die einzelnen Bäume, Büsche und Blumen erläutern. So genießen wir im Wesentlichen die Blütenpracht der verschiedenen Helikonien (auch Hummerscheren oder Falsche Paradiesvogelblumen genannt) …

… und bewundern die Brettwurzeln der hoch wachsenden Kapokbäume. Mit den von Naturwachs überzogenen hohlen Fasern seiner Samenkapseln wurden früher Rettungsringe und Schwimmwesten gefüllt, auch heute noch gibt es auf vielen Booten Kapok-Kissen.

Aber der kleine Garten reicht uns noch nicht, um die Seglerbeine mal wieder ein bisschen im Landgang zu trainieren. Wir schließen gleich noch eine kleine Wanderung von etwa 5 Kilometern durch die Hügellandschaft am Fuß des über 1.000 m hohen Mont Toomarun an.

Ein paar Bäche wollen dabei durchwatet werden, zwischen den Steinen entdecken wir Aale und auch ca. 5 cm große Süßwassergarnelen.

Zurück an den Dinghys setzen wir vom Botanischen Garten aus nur einmal über das Flüsschen, denn am anderen Ufer liegt der Garten von André.

Der verkauft uns nicht nur ein bisschen Obst und Gemüse, unter anderem ziert mal wieder eine Bananenstaude das Achterstag der Flora. Sondern er zeigt uns auch mit großer Begeisterung, was er hier auf rund zwei Hektar Fläche so alles anbaut. Darunter ist natürlich Bekanntes wie etwa Ananas, Bananen, Papaya und so weiter, auch Kürbisse und Gurken und sogar Vanille.

Aber wir lernen auch einiges Neues dazu. So hat André verschiedene Taro-Pflanzen angebaut, darunter auch eine Sorte, bei der nicht nur die Wurzeln, sondern auch die (jungen) Blätter essbar sind.

Nebenbei öffnet uns André auch noch Trink-Kokosnüsse, macht uns Naturlöffel zum Ausschaben des weichen Kokosfleisches, und er zeigt uns seine Konstruktion einer Wildschwein-Falle, mit der er sich auf Jagdausflügen in die Berge mit Fleisch versorgt.

Besonders spannend sind für Wiebke und mich aber die Früchte des für uns neuen “Eiscreme-Baums”. Von dem hat André tatsächlich ebenfalls verschiedene Sorten angebaut.

Die Bäume sind auch als “Pacay” oder “Inga” bekannt, oder eben als Eiscreme-Bohnenbaum.

Die Fruchte ähneln einer überdimensionierten Bohne. Sie enthalten mehrere Samen, die jeweils einzeln von einem fluffig-faserigen Fruchtfleisch umhüllt sind, das in Geschmack und Textur tatsächlich an Softeis erinnert.

Lecker!

😋

Phänomenal.

Wir sind wieder auf der Flora. Der Weg dorthin: Montag morgen um 10.00 Uhr bringt uns Chief Jan zum Flughafen in Hamburg. Wir checken unser Gepäck ein, wider Erwarten gehen beide großen Taschen und auch die beiden großen Trecking-Rucksäcke als normales Gepäck (kein Sperrgepäck) durch. Um 12.15 Uhr der Flieger nach Paris, dort wie geplant relativ langer Aufenthalt, erst am Abend geht es weiter. Was für ein Phänomen: den ganzen Rest der Reise fliegen wir praktisch durch die Nacht. Sowohl die 11 Stunden nach Los Angeles als auch die nach zweieinhalb Stunden Aufenthalt weiteren 9 Stunden nach Papeete sind eine einzige, fast dreiundzwanzigstündige Nacht. Die Erddrehung und daraus folgend die zwölfstündige Zeitverschiebung machen es möglich. Wir schlafen dadurch recht viel auf diesen Flügen. Genau zum Sonnenaufgang kommen wir in Papeete an.

Bei der Einreise gibt’s zum Glück kein Problem mit dem Zoll und so sind wir kurz darauf mit unserem ganzen Kram schon an der Flora.

Nicht nur, dass sie unversehrt auf uns wartet (schon das eine große Erleichterung 😅). Obwohl wir quasi mit leeren Taschen nach Deutschland geflogen sind, bringen wir tatsächlich fast alles in den eigentlich schon vollen Schränken und Schapps unseres Bootes unter. Es erinnert ein bisschen an Hermine Grangers magische Handtasche, als wir Gegenstand um Gegenstand verstauen, obwohl doch eigentlich kein Platz mehr frei zu sein scheint. Lediglich das neue Wingfoil samt Board wandet erst einmal unausgepackt mit Tasche ins Vorschiff.

Sehr schön: die Persenning-Spezialisten von “Sellerie Marine” in Papeete haben in unserer Abwesenheit sowohl die neuen Cockpit-Poster als auch die Befestigung für zusätzliche Solarpanele auf dem Bimini fertiggestellt und am Tag vor unserer Ankunft aufs Boot gebracht. Kleinere Optimierungen erledigen sie dann direkt am nächsten Tag, wir sind begeistert.

Die Kabel muss ich noch anschließen, aber dafür erst eine neue Borddurchführung installieren.

Am Tag nach unserer Ankunft sollte sich am Himmel eigentlich ein Naturphänomen in Form einer ringförmigen Sonnenfinsternis zeigen. Frühmorgens versteckt sich die Sonne in der Taina Marina allerdings noch hinter den hohen Bergen von Tahiti, als sie über den Gipfeln auftaucht ist es bereits zu spät. Schade.

Das nächste Phänomen ist dann allerdings noch weniger erfreulich für uns. Wir füllen die Frischwassertanks auf, duschen. Und stellen dann leider fest, dass das Filtergehäuse des Carbonfilters im Frischwasserkreislauf undicht ist. Wieso geht das in Abwesenheit (und bei abgestelltem Frischwasserkreislauf) in einer definitiv frostfreien Umgebung kaputt? Nicht ärgern, nur wundern.

Der erste Trip aus der Marina Taina in die Stadt Papeete führt also zu den Bootsausrüstern. Tatsächlich finde ich ein fast identisches 10 Zoll Filtergehäuse, wie das alte “Made in Italy” und dunkelblau, optisch ziemlich identisch. Leider muss ich an Bord dann feststellen, dass es das wohl schon war mit den Gemeinsamkeiten. Die Halterung passt nicht, ich muss die (zum Glück enthaltene) neue montieren. Bootsyoga im Motorraum. Die Anschlussgewinde für die Wasserleitung haben ebenfalls eine andere Größe. Zurück in die Stadt, Adapter kaufen. Bei der Montage eines der Whale-Verbindungsstücke (Whale Stecksystem) zu fest angezogen: knack, nach fest kommt lose. Zum Glück Ersatz an Bord. Mit Adapter passen jetzt aber die festen alten Plastikrohre nicht mehr, sie sind jetzt gut einen Zentimeter zu kurz. Ersatz als Meterware und ein Spezialschneider dafür ist an Bord, allerdings in den Tiefen des Vorschiffs, das dafür komplett leer geräumt werden muss. Murphy’s Law. Aber am Ende wird alles gut. Ist es noch nicht gut, ist es halt noch nicht das Ende.

So ähnlich läuft es auch mit der Montage des von Lewmar reparierten und nach Hamburg geschickten Autopiloten. Dieser “Mamba-Drive” ist unser Zweit-Autopilot, auf den wir umschalten können. Der Antrieb im Motorraum ist schnell montiert, aber beim elektrischen Anschluss hakt es dann.

Die Kabel passen einfach nicht. Zwei der vier Kabel reichen nicht aus dem Motorraum hinaus, aber dort sind keine Anschlüsse. Das kann doch nicht sein! Beim Detailstudium der bei der Demontage gemachten Fotos kommt die Erleuchtung: Lewmar hat bei der Reparatur die beiden bei der Originalmontage offenbar verlängerten Kabel gekappt. Da muss man erst einmal drauf kommen. Kabel wieder verlängert, jetzt passt es wieder und besteht auch den ersten Funktionstest.

Langweilig wird es auch bei den nächsten kleineren Bootsarbeiten (neue Steckdosen, Endstücke Vorhangschienen austauschen, Knöpfe am Gasherd erneuern etc.) nicht, aber so ist das nunmal. Und noch mehr Kleinkram wartet, dafür haben wir ja schließlich die Ersatzteile mitgebracht.

Was liegt sonst noch an? Einkaufen. Papeete bietet in ganz Französisch Polynesien die besten Möglichkeiten zur Verproviantierung. Und da wir ja noch mehr als ein halbes Jahr vor allem die abgelegeneren Inseln besuchen wollen, ist einiges an Vorrat gefordert. Der Hyper U und auch der große Carrefour werden mehrfach besucht und erleichtern unsere Reisekasse. Dafür sinkt Floras Wasserpass tiefer ein. Besonders freut uns, dass wir im “Maxi”-Markt vergleichsweise preiswerte Großpackungen von Kirkland/Costco finden: Nüsse (sogar Paranüsse), Mandeln, Mandelmehl, Trockenfrüchte, Müsliriegel und einiges mehr können wir dort einkaufen.

Mit dem Einkaufen allein ist es allerdings nicht getan, Fleisch und Hack wollen auch noch eingekocht werden, um ohne Einfrieren haltbar zu sein:

Und das Wetter? Ziemlich viel Wind und Welle derzeit. Unser Liegeplatz im offenen Hafen der Taina Marina ist eigentlich nur durch das weiter draußen vorgelagerte Riff geschützt. An dem aber bricht sich die Brandung jetzt so hoch, wie wir es vorher noch nicht gesehen hatten. Insbesondere bei Flut schaukelt Flora deshalb auch hier im Hafen ganz ordentlich.

Aber am Montag könnte sich ein Wetterfenster ergeben, um nach Moorea zu segeln und dort hinter der Insel ein paar Tage Schutz zu finden. Und dann würden wir gerne erst einmal weitersegeln nach Huahine, bevor es dann von dort in die Tuamotus gehen soll.

Phänomenale Aussichten 😎.

Twin Palms Yacht Club Raroia: der Yachtclub auf einem unbewohnten Motu

Für den Ankerplatz im Nordosten von Raroia hat sich die inoffizielle Bezeichnung “Twin Palms Yacht Club” durchgesetzt. Ein griffiger Name zur Unterscheidung ist ganz praktisch, denn die lokalen Namen der einzelnen unbewohnten Inselchen auf dem Ringriff des Atolls sind in den Seekarten nicht verzeichnet und theoretisch könnte man vor den meisten von ihnen ankern. Aber wieso gerade dieser Name für den Ankerplatz vor einem unbewohnten Motu?

Da waren wohl ein paar kreative Segler am Werk. Die Einrichtungen des Yachtclubs bestehen aus einer Feuerstelle, einer Schaukel, mehreren aus Strandgut gefertigten Hängematten, einem Tischchen und einem Eisen-Sporn zum Öffnen von Kokosnüssen.

Und eben den namensgebenden Kokospalmen, wobei es davon weit mehr als nur zwei gibt.

Nach ein paar Tagen an diesem Ankerplatz mit jeweils Dinner- oder Sundowner-Einladungen für uns auf eines der Nachbarboote fahren wir kurzentschlossen mit dem Dinghy zu allen umliegenden Booten und stoßen ein nachmittägliches Treffen am Yachtclub an. Kein Potluck, vielleicht ein paar Beach-Spiele, Snacks, Erfrischungen, Wiebke macht außerdem Kuchen.

Viele Crews kommen. Die meisten haben wir schon auf anderen Ankerplätzen getroffen, einige lernen wir erst hier kennen. Aus den Spielen wird nichts, aber die Unterhaltungen sind angeregt und vor allem: Kokosnüsse sammeln und öffnen ist der Hit, zumal es für einige das erste Mal ist.

Im Laufe des Nachmittags trudeln immer mehr Crews ein, es wird richtig schön bunt gemischt was Nationalitäten, Alter, Segelerfahrungen, Woher und Wohin angeht.

Die Gesellschaft löst sich erst kurz vor Sonnenuntergang auf, so lassen sich mit den Dinghies die Riffe und Bommies auf der Heimfahrt zum Boot noch einigermaßen ausmachen.

Allerdings sind wir dadurch schon im Aufbruch, als die Kokos-Krabben anfangen, aus ihren Löchern zu kriechen. Diese auf Kokosnüsse spezialisierten Land-Krabben sind hier sehr zahlreich und sollen ziemlich schmackhaft sein. Aber das sparen wir uns für ein andermal auf.

Nuku Hiva

Nach einer Legende sind die Inseln Marquesas alle als Teil eines gemeinsamen Hauses erschaffen worden. Jede Insel ist entsprechend als Element dieses Gebäudes benannt. Nuku Hiva, größtes und vielleicht wichtigstes Eiland der Gruppe, wird dabei als Dach des Hauses eingeordnet.

Auch uns bietet es Schutz. Nach dem sehr rolligen Ua Huka präsentiert sich die von uns angesteuerte Nordküste von Nuku Hiva optisch im Gegenlicht zunächst monochrom, rau und ziemlich abweisend. Sobald wir bei einer der spektakulärsten Ansteuerungen unserer bisherigen Reise aber in die tiefe Bucht von Anahō hineinsteuern, wandelt sich das Bild.

Die zuvor fast drohend aufragenden steilen Felsspitzen weichen ein Stück zurück. Einzelne Sandstrände, Palmenhaine und eher sanft ansteigendes Gelände liegt zwischen dem Ankerplatz und senkrechten Basaltwänden. Das lässt die Kulisse gleichzeitig monumental und doch ausgesprochen lieblich erscheinen.

Ein Südseetraum von einem Ankerplatz!

Das Grundeisen fällt einmal mehr nahe bei der Terikah und gräbt sich auf 11 m Tiefe sofort in den Sand.

Näher zum Ufer hin sollte man nicht ankern, denn hier geht der Grund in Korallen über.

Am nächsten Tag machen wir gemeinsam mit unseren Segelfreunden einen Hike, der über den niedrigen Sattel hinweg in die Baie Haatuatua an der Ostküste der Insel führt.

In der Anlandezone für die Dinghys, am Ende eines kleinen Kanals durch das Korallenriff, werden wir freudig wiehernd begrüßt. Ein Pferd wird von seinem Besitzer gebadet, ist dafür an einer der Bojen festgebunden.

Auf dem weiteren Weg sehen wir bei den verstreuten Häusern des kleinen Dorfes noch einige weitere Pferde. Der Grund dafür ist, dass die Ortschaft nicht über eine Straße erschlossen ist. Lediglich ein mit Pferden begehbarer steiler Trail führt zur ans Straßennetz angebundenen Nachbarortschaft.

Für uns geht’s zunächst durch das Dorf und dann mal am Strand, mal etwas oberhalb auf den Felsen an der großen Bucht entlang. Jannik und Calder eröffnen dabei die “Kokosnuss-Jagd”.

Auf der anderen Seite des Sattels liegt die Farm von Roger. Er baut dort Gemüse und Obst an. Selbst Wassermelonen und herrlich rote Tomaten lächeln uns an, aber obwohl wir ausgiebig durch das Gelände streifen, treffen wir Roger nicht an. Also setzen wir unseren Weg zur Ostküste fort, wobei der Trail auf diesem Stück nicht immer ganz leicht zu finden ist und uns die Kommot Wander-App ein bisschen in die Irre führt. Dafür lockt am Ziel aber ein breiter flacher Sandstrand fernab jeglicher Bebauung und mit herrlichem Blick.

Photo credit: Jen, S/V Terikah

Leider wird durch den Südostpassat aber auch einiges an Treibgut und Müll angeschwemmt. Calder findet darunter immerhin auch eine Perlfarmboje, die jetzt die Ausrüstung der Terikah für die nicht allzu ferne Weiterfahrt zu den Tuamotus ergänzt.

Auf dem Rückweg treffen wir im Dorf dann tatsächlich auch noch auf Roger. Neben dem Anbau auf seiner Farm zieht er auch in seinem Garten Gemüse, so können wir hier unsere Frische-Vorräte doch noch aufstocken. Salat, Gurken, eine Handvoll grüner Bohnen, Auberginen, Pampelmusen Zitronen, Papaya und – allerdings aus der Tiefkühltruhe – auch Taro wandert auf die Flora und die Terikah.

Schlau wie wir sind, haben wir den Hike von Mittag bis kurz vor Sonnenuntergang gemacht, damit uns die Hitze beim Workout mal wieder so richtig schlaucht.

Selbst Jannik ist ein bisschen geschafft. 😉

Fatu Hiva II: Hanavave und Vaieenui-Wasserfall

Urzeitlich schroff. Jurassic Parc. So präsentiert sich die in fast senkrechten Ziehharmonika-Falten aus den Tiefen des Pazifiks empor springende Basaltküste nördlich der der Hanavave-Bucht.

Aber der Blick direkt in die Ankerbucht zeigt: in der Ebene und den niedrigeren Seitentälern um den Ort Hana Vave ist es üppig grün, hier bauen die Bewohner der Marquesas seit Jahrhunderten Kulturpflanzen wie Taro, Yams, Brotfrucht und Kokospalmen an, außerdem Papaya, Süßkartoffeln, Mangos, diverse Bananensorten und vieles mehr.

An Land empfängt uns gleich ein steinernes Tiki, typisch polynesische Kunst.

Durch den kleinen Ort wandern wir zunächst zum “Restaurant” von Desiree und Jacques. Genau genommen ist es ihr ziemlich einfaches Privathaus, aber auf Vorbestellung servieren sie auf der Terrasse typische Küche der Marquesas. Sally und Simon vom Nachbarboot “Shimshal II” haben dafür gesorgt, dass heute Abend der Ofen angeworfen wird und auf seine Frage hin schließen wir uns gerne an. Da macht es dann auch nichts, dass wir den eigentlich gewünschten Tag Vorlauf nicht einhalten. Super.

Nachdem das geklärt ist, machen wir uns auf den Hike zum Wasserfall Vaieenui. Erst mal auf der Straße weiter durch den Ort, vorbei an der Kirche und kleinen, wellblechgedeckten Häusern.

Überall freilaufende Hühner und ebenso freilaufende Zicklein. Die Mutterziege ist dann meist irgendwo in der Nähe angebunden, ebenso die Schweine im Hof oder am Straßenrand.

Dazu Kokospalmen, Bananen, überhaupt alles mögliche Obst in praktisch jedem Garten, klassische Subsistenzwirtschaft. Die meisten der etwa 600 Bewohner auf Fatu Hiva sind Selbstversorger.

Es gibt keine oder eben allenfalls improvisierte Infrastruktur für die wenigen Touristen (zumeist Segler, es gibt keinen Flughafen und keinen Hafen für größere Schiffe).

In geringem Maß werden als klassische Erzeugnisse wohl noch Tapa-Rindenbaststoffe und auch Tiki-Schnitzereien hergestellt, zumeist für den Handel auf anderen Inseln und auf Kreuzfahrtschiffen. Aber auch in unserem “Privat-Restaurant” könnten wir sie am Abend kaufen.

Tatsächlich immer noch hergestellt wird Kopra. Dieses getrocknete Fruchtfleisch der Kokosnüsse wird exportiert und unter anderem zu Kokosöl weiterverarbeitet. Wir sehen am Wegesrand mehrere einfache Schuppen für die Lufttrocknung der geöffneten Kokosnüsse.

Dann geht’s von der Straße ab auf einen matschigen Feldweg, in dessen Pfützen sich Braunbrustnonnen (eine Prachtfinkenart) vergnügen.

Dann ist auch der Feldweg zu Ende, ab jetzt führt ein Pfad weiter bergauf …

… durch Furten …

… vorbei an Petroglyphen …

… und kleinen Steinmännchen, die im Wald den Weg kennzeichnen …

… bis zum Vaieenui-Wasserfall.

Etwa dreieinhalb Kilometer einfache Strecke sind es bis dorthin, kaum anstrengende Kletterei, meist einfaches Wandern. Trotzdem ist es bei gut 30° im Schatten schweißtreibend, das angenehm erfrischende Bad im Pool unter dem Wasserfall ist eine Wohltat.

Nach dem Rückweg, ein bisschen Bootsarbeit und folgerichtig gleich wieder Ausruhen an Bord dann Abends unser erster “Restaurant”-Besuch seit Mexiko. Insgesamt 15 Segler von fünf Booten (🇬🇧🇸🇪🇩🇰🇳🇱🇩🇪) werden mit lokaler Küche bekocht, Getränke sind selbst mitzubringen.

Ein schönerAbend.

Gratwanderung und Früchte

Unser zweiter Hike auf Mangareva geht nicht ganz so hoch hinaus wie der erste. Trotzdem starten wir wieder früh. Gut, denn so können wir uns erstmal beim Bäcker mit frischen Baguettes versorgen.

Ein kleines Stück weiter zeigt uns ein unscheinbares Schild an der Dorfstraße den Eingang zum “Chemin Traversier de Kirimoro”. Der Weg scheint durch einen Privatgarten zu führen. Am Zaun entlang zum hinteren Grundstücksteil und dann geht’s den Berg hinauf in den Wald hinein. Kirimoro ist ein kleines Dörfchen auf der Westseite von Mangareva und der Weg würde quer über den Inselrücken dort hinüber führen. Wir entscheiden uns aber, oben auf dem Bergrücken nach links abzubiegen und auf dem Grat entlang Richtung Süden zu wandern.

Es ist ein herrlicher Trail. In weiten Teilen sehr gut zu gehen und vom Kamm aus mit tollen Blicken zu beiden Seiten hinunter in die Buchten.

Zwei Steilstücke mit Kletterseilen geben dem Ganzen noch ein bisschen zusätzliche Würze, ohne dass es aber allzu anstrengend wird.

Mit alles in allem etwa zwei Stunden ist dieser Trail auch deutlich kürzer als unser Hike auf den Mont Duff (wo wir mit dem Umweg fast 6 Stunden unterwegs waren). Allerdings schließen die Wege aneinander an, wer mag, kann also nach Bedarf verlängern. Für mich ergibt sich die Verlängerung diesmal etwas unfreiwillig. Ich habe unterwegs meine Sonnenbrille verloren, wahrscheinlich ziemlich am Anfang. Als wir zurück in Rikitea sind, hänge ich also noch eine Schleife dran und finde das gute Stück tatsächlich auch wieder.

Das gibt mir außerdem Gelegenheit, auf der Dorfstraße auch noch ein kleines Stückchen weiter zu gehen und dem dort aufgestellten Tiki einen Besuch abzustatten. Tikis sind Holz- oder Knochenschnitzereien oder Steinmetzarbeiten, die einen ganz wesentlichen Bestandteil der polynesischen Kultur bilden. Sie zeigen eine stilisierte Menschengestalt, mit der eine spirituelle und kulturelle Kraft verbunden wird. Geschichtlich sollen sie bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen und ursprünglich von den Marquesas ausgegangen sein.

Der Stil dieser in ganz Polynesien (also von Neuseeland bis Hawai’i (Ki’i) und zur Osterinsel mit ihren Moai) verbreiteten Skulpturen ist je nach Region oder sogar Insel inzwischen sehr unterschiedlich.

Ein anderer Spaziergang führt uns in Rikitea zu Tetu. Daniela von der Yelo hatte uns in La Paz eindringlich ans Herz gelegt, auf Mangareva unbedingt Tetu und Murielle zu besuchen und liebe Grüße von ihr auszurichten. Machen wir natürlich gerne. Tetu seinerseits lädt uns sofort ein und führt uns durch seinen riesigen Garten – eigentlich fast schon ein Park – gefüllt mit allen möglichen Nutzpflanzen.

Sei es dieser Anattostrauch für seine Bienen (er ist auch Imker),

Paprika und Chili …

… oder vor allem eben Obstbäume in unfassbarer Zahl, wie hier die Guaven, die er uns gleich im Überfluss abpflückt.

Schwer beladen kehren wir zur Flora zurück, nicht ohne von Tetu auch noch für nächste Woche eingeladen worden zu sein. Dann möchte er uns gemeinsam mit seiner Frau zeigen, wie man am besten mit der uns bisher eher fremd gebliebene Brotfrucht umgeht.

So sieht Flora aus, nachdem wir Tetus Geschenke auf ihrem Heck ausgebreitet haben:

Mangos, Passionsfrucht, Pampelmusen, Zitronen, Chili und jede Menge Guaven. Nur die Gurke haben wir im Geschäft gekauft, Gemüse ist auf den Gambier ungleich weniger verbreitet als Früchte.

Danke, Tetu. Wir werden versuchen, uns nächste Woche irgendwie zu revanchieren. Geschenk und Gegengeschenk, so ist es üblich in Französisch Polynesien. Gar nicht so einfach bei einer solch überwältigenden Großzügigkeit.

Tag 19 der Passage von Mexiko nach Französisch Polynesien

Alles Blau, aber nicht blau machen.

Rekord Etmal (so wenig hatten wir noch nie): 80 sm, gesamt auf der Passage bisher 2.593 sm, noch knapp 500 sm bis zur Ansteuerung des Westpasses zum Gambier Archipel.

Gestern mussten wir noch extra Reffs einbinden, um langsam unterwegs zu sein. Heute erledigt die Natur die Drosselung der Geschwindigkeit: der Wind ist fast komplett weg. Flora dümpelt unter Vollzeug durch die blaue Blase. Und weil wir ja gar nicht schneller sein wollen, genießen wir das Bummel-Segeln mit selten mehr als 3 kn.

Ein Tag zum „blau machen“ ist es aber trotzdem nicht. Die Flaute will schließlich genutzt sein, um sich das Unterwasserschiff mal anzusehen, zumal am Heckspiegel vom Deck aus erste Entenmuscheln sichtbar sind.

Also Segel weg, Taucherbrille und Flossen her. Mitten auf dem Ozean hinein in das ein paar tausend Meter tiefe unendliche Blau. Unser Freund Uwe vergleicht es mit einem Weltraumspaziergang von der Raumkapsel aus und ein bisschen abenteuerlich fühlt es sich tatsächlich an, raus aus der gewohnten Welt. Allerdings ist ja auch ein Weltraumspaziergang für die Astronauten zumeist ein Arbeitseinsatz mit erschwerten Bedingungen in der Schwerelosigkeit.

Und schon auf der Badeleiter gibt’s den Schock. Da sind nicht nur ein paar Entenmuscheln im Spülbereich um den Wasserpass, eher sieht es aus wie eine Aufzuchtstation:

Und dann der Entenmuschelwald darunter:

Vielleicht ist unser Coppercoat am Ende seiner Wirkzeit angelangt. Es wurde immerhin schon vor neun Jahren aufgebracht, vor nun 5 Jahren haben wir es aufarbeiten und vier weitere Schichten auftragen lassen. Oder aber die Entenmuscheln sind bei ihrem Haftgrund komplett unempfindlich. Eventuell ist auch eine Kombination von beidem. Das Unterwasserschiff klettert auf Floras Projektliste jedenfalls nach oben.

Wie auch immer, ich rücke Floras unerwünschten Unterwasser-Mitseglern mit einem Schaber (Eiskratzer aus dem Autozubehör) auf die Pelle. An einem mittschiffs befestigten Seil halte ich mich fest, schäle die Biester ab. Lediglich Reste der Kalkfüßchen bleiben noch kleben, um die kann ich mich dann aber irgendwo am Anker mal kümmern.

Der kleine Schwarm Fische scheint ein bisschen traurig, als nach einer Dreiviertelstunde sein Versteck weitgehend verschwunden ist, aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Das soll ein Unterwasserschiff sein und kein Unterwasserriff.

Wiebke hüpft auch noch mal in das weite Blau:

Dann nehmen wir die Segel wieder hoch und dümpeln weiter Richtung Gambier.

Ach ja, das ruhige Wetter hat natürlich noch weitere Vorteile. Ich komme tatsächlich dazu, mit dem Sextant etwas zu üben – das Gerät wie empfohlen hin und her schwenkend – die Sonne auf die Kimm zu setzen und einen Wert abzulesen.

Eigentlich wäre der nächste Schritt jetzt der Versuch der Ermittlung einer Mittagsbreite und dann der Versuch der Bestimmung der Mittagslänge aus zwei gleichen Höhen. Weil ich aber kein nautisches Jahrbuch dabei habe, muss ich das wohl noch auf später verschieben und erstmal weiter die Handhabung üben.

Essen: super leckere Fisch-Tacos (die absolut besten hier vor Ort!) unter Verwendung der letzten grünen Paprika.

Heute Morgen außerdem Rührei mit Chorizo und Schinken zum Frühstück.