Hikes auf Antigua

Wir haben unseren Platz an der Pier derAntigua Slipway Marina verlassen, um die Ecke in die große Bucht von Falmouth Harbour verholt und liegen dort jetzt vor Anker. Endlich wieder zur Abkühlung einfach von Bord ins Wasser springen und ein bisschen ums Boot herum schnorcheln. Und was für ein überraschendes Gefühl von Freiheit, einfach nur das kurze Stück um die Halbinsel herum durch klares, tiefblaues Wasser zu fahren. 😃

Zur Orientierung: das Bild zeigt im Vordergrund Shirley Heights, gegenüber auf der kleinen Landzunge am Eingang Fort Berkely, dann auf der rechten Seite den geschützten verschlungenen English Harbour mit der vom Galleon Beach eingefassten Ankerbucht Freeman’s Bay und etwas weiter drinnen links Nelson’s Dockyard und rechts Antigua Slipway. Die große, quer durchs Bild verlaufende Bucht im Hintergrund ist Falmouth Harbour.

Was das Bild ebenfalls ganz gut erahnen lässt ist die grüne, zerklüftete Landschaft. Und die lässt sich auf diversen gut beschilderten Pfaden erkunden, wobei die einzelnen Hikes einen ganz unterschiedlichen Charakter aufweisen.

Den Middleground Trail sind wir schon einige Male gegangen, bereits im Frühjahr und jetzt auch wieder. Er führt von Fort Berkely hinüber nach Falmouth Harbour zum Pigeon Beach, vor dem wir jetzt ankern. Der Pfad bietet zunächst tolle Blicke hinunter auf English Harbour und ist mit etwas Kletterei verbunden, besonders auf dem spektakulären Mittelstück. Hier ist zur Hilfestellung sogar ein Seil zur (nicht zwingend notwendigen) Aufstiegshilfe angebracht:

Drüben am Pigeon Beach haben wir uns mit Luise und Brent von der „Knot Safety“ verabredet. Wir kennen die beiden Kanadier vom Frühjahr, sind zusammen ein Teil der noch immer aktiven WhatsApp-Gruppe „Carlisle Bay Corona Group“ und haben mit rund 15 Booten während des Lockdowns eine sehr intensive Zeit in der Carlisle Bay verbracht (nur ein paar Meilen von hier) gemeinsam mit der Easy-One, der Moana und einigen anderen. Jetzt im Restaurant sehen wir die zwei zum ersten Mal aus der Nähe ohne Maske 😷.

Photo courtesy: Brent (S/V Knot Safety)

Kaum fassbar: auf dem zwischenzeitlichen Rückweg nach Kanada durften die beiden wegen der COVID-Regelungen nicht in die USA einreisen (außer für einen unplanmäßigen Reparaturstop). Gleichzeitig verlangte ihre Versicherung von den beiden (relativen) Segelneulingen, sich nicht weiter als 200 sm von der Küste zu entfernen, was einen ziemlichen Umweg entlang der US-Ostküste bedeutete. Zurück nach Antigua ging es jetzt allerdings auf einem deutlich direkteren Weg.

Am Nachmittag schließt sich für uns ein BYOB der Salty Dawg am Pigeon Beach an. Die Abkürzung (Bring Your Own Beer) mussten wir erst lernen, die Veranstaltung ist aber klasse. Besonders die Bars für die mitgebrachten Getränke gefallen 🤩:

Der Hike am nächsten Tag ist etwas länger und auch wieder ganz anders. Gemeinsam mit Annemarie und Volker von der Escape beginnen wir am Nachmittag mit dem „Jones Valley Trail“, der sich überwiegend durch ein ausgetrocknetes Bachbett langsam bergauf mitten durch den Wald unterhalb von Shirley Heights windet, wobei durchaus auch einige größere Felsbrocken zu überwinden sind.

An einer Abzweigung entscheiden wir uns für den Gravesite Trail – tatsächlich finden sich ein paar alte Grabsteine mitten im Wald und machen auf diesem Teilstück des „Jones-Valley-Trail“ das Indiana-Jones-Feeling noch etwas perfekter 😁. Die Straße nach Shirley Heights überqueren wir nur und weiter geht’s auf dem „Carpenter Rock Trail“, der uns an den steilen Klippen der Ostküste Antiguas quasi um Shirley Heights herumführt. Mit atemberaubenden Blicken,

der Entscheidung „Klettern oder Baden“ 😉

und mit einem wunderschönen Rastplatz schon wieder mit Blick auf English Harbour, von dem aus wir auch nochmal die Drohne steigen lassen.

Photo courtesy: Annemarie (SY Escape)

Und dann wird’s auch Zeit. Als wir am Galleon Beach vorbeikommen, geht bereits die Sonne unter. Ideales Timing.

Für morgen früh ist dann ein etwas längerer Marsch gemeinsam mit Jill und Michael von der „Gerty“ und Ian von der „Fatjax“ geplant. Da können wir uns den Rumpunsch von heute Abend wohl gleich wieder abtrainieren ☺️.

Abschied von den USVI

Wir sind inzwischen in der Caneel Bay, haben in der daneben gelegenen aber sehr engen und flachen Cruz Bay eingekauft und ausgecheckt, und morgen früh geht’s los. Der Wetterbericht ist für den Beginn ok, dann aber durchwachsen. Kann sein, dass wir in den Bahamas einen Stop einlegen müssen. Eigentlich sind die Bahamas noch wegen Covid geschlossen, die erforderliche Ausnahmegenehmigung des dortigen Gouverneurs für die Durchfahrt durch Bahamas-Gewässer haben wir bereits. Über die Website der amerikanischen Seglervereinigung Salty Dawg ging das wirklich schnell und unproblematisch. Wir dürfen dort zwar nicht an Land gehen, aber immerhin Ankern und Ausruhen. Ein ergänzender Antrag auf einen Tankstop in einer Marina wird derzeit noch bearbeitet. Damit verbunden wäre das Ein- und Ausklarieren in den Bahamas. Hört sich unnötig kompliziert an, hätte aber laut Salty Dawg den Vorteil, dass es hinsichtlich des Cruising Permit für die USA weniger auf den jeweiligen Officer ankäme sondern klar zu erteilen sei. Man muss es nämlich im ersten angelaufenen Hafen der USA beantragen. In den USVI wird es nicht erteilt, aber da sie US-Territorium sind gibt es ab und zu (derzeit insbesondere in Florida) Schwierigkeiten es am Festland zu bekommen, wenn man DIREKT aus den USVI dort ankommt. Es bleibt spannend.

Jedenfalls war es schön, noch diese wunderbaren Tage auf St. John verbringen zu dürfen. 😁 Heute waren wir noch einmal hier in der Caneel Bay am Strand.

Und schön Schnorcheln im herrlich klaren Wasser.

Tja, und dann: Vorbereitungen für die Überfahrt. Das Dinghy wird mit den Fendern gefüllt, die darin festgebunden werden. Dann kommt die Dinghypersenning darüber und das Beiboot wird in den Davits hochgezogen. So sollte es am völligen Vollschlagen gehindert sein. Dann die Bellybands unter dem Dingy festgezurrt und noch Spanngurte gegen ein seitliches Verruckeln.

Nicht zu vergessen das Vorbereiten unserer Passatbesegelung. Zumindest in den ersten Tagen sollten wir laut Vorhersagen achterliche Wind haben, evtl. etwas zu wenig Wind, aber wir werden sehen. Also riggen wir auf beiden Seiten unsere Spinnakerbäume. Für die Nacht hier an der Boje werden sie zwar noch nach vorn geklappt, aber so sind sie morgen schnell einsatzbereit. Auch der Code0 wird schon angeschlagen, es gibt also an Floras Bug mal wieder ordentlich Leinen zu sortieren:

In den nächsten Tagen werden wir keinen Handyempfang und kein Internet haben, sondern nur über Satellit erreichbar sein. Unsere Position könnt ihr stündlich aktuell auf dem PredictWind-Tracker der Salty Dawg sehen oder aber (fast) wie gewohnt auf Noforeignland, dort wird sie allerdings auf diesem Törn ausnahmsweise nur ein paarmal am Tag aktualisiert. Dafür ist es dort übersichtlicher, besonders wenn Ihr “SHOW JOURNEY” anklickt und somit unseren gesegelten Track (und nur unseren) in der Karte seht.

Unsere Strecke haben wir nochmal ein bisschen umgeplant, sie wird jetzt näher östlich an den Bahamas entlangführen. Einerseits, um die Schwachwindzone am Anfang des Törns etwas zu umfahren, andererseits auch um uns mehr Optionen zu eröffnen bzw. zu erleichtern. Neben dem möglichen Tankstop betrifft das auch das kurzfristig mögliche Abbiegen nach Westen in die Bahamas hinein oder später (nördlich der Bahamas) zu Ausweichhäfen an der US-Ostküste, die südlich von unserem Ziel Chesapeake Bay liegen. Falls nämlich Nordwind aufkommt, was Ende nächster Woche passieren könnte, möchten wir nicht im nordsetzenden Golfstrom in eine Wind-gegen-Strom-Situation kommen.

Mal sehn, welche dieser (oder anderer) Routenoptionen sich am Ende ergibt. 😁

Cinnamon Bay 2: Wald, Strand, Wasser

Es bleibt dabei, wir haben die Cinnamon Bay fast für uns allein. Der Campingplatz hinter den Palmen am Strand ist gesperrt, das dazugehörige Restaurant wurde ebenso wie das Infogebäude des Nationalparks offenbar beim letzten Hurrikan schwer beschädigt und sind nicht nutzbar.

Aber an beiden vorbei führt ein Weg zu den Ruinen der Cinnamon Sugar Plantantion. Denen statten wir einen Besuch ab und es lohnt sich. Ein kleiner, beschilderter Wanderpfad führt über das inzwischen völlig überwucherte Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik und der mühsam von Sklaven in die Berghänge terrassierten Plantagen, deren Begrenzungsmauern längst abgerutscht und kaum mehr zu erkennen sind.

Der Wald hat sich mit ungeheurer Geschwindigkeit zurück geholt, was ihm einst so mühsam abgerungen wurde. Erst vor 50 Jahren wurden die Gebäude hier aufgegeben. Das verbaute Holz haben sich vermutlich spätestens nach dem nächsten Hurrikan schnell die Termiten geholt, deren zum Teil riesige Karton-Nester wir als dunkle Trauben in den Bäumen hängen sehen.

Andererseits, eigentlich gelten vor allem die bodennistenden Termitenarten als gebäudeschädigend. Hier im Wald sind die blinden Insekten (soweit es die Arbeiter betrifft, das Königspaar hat voll ausgebildete Facettenaugen) dagegen Nützlinge, da sie ausschließlich totes Holz fressen und ihre irgendwann herabfallenden verlassenen Nester sehr stickstoffreich und somit natürlicher Dünger für den sonst eher kargen karibischen Boden sind. Raubbau und Recycling liegen manchmal dicht beieinander, das zeigen auch die steinernen Reste der Gebäude.

Überall finden sich darin große Korallenbrocken, man kann nur hoffen dass sie nicht extra für den Bau aus einem Riff gebrochen wurden. Gebaut wurde die Plantage übrigens noch zu der Zeit, als diese Inseln zu DÄNEMARK 🇩🇰 gehörten. Ab 1666 gab es zunächst auf St Thomas und etwas später auch hier “Dänisch-Westindien” als dänische Kolonie von Dänemark-Norwegen. Erst 1917 wurden die Inseln von Dänemark an die USA verkauft, die hier im ersten Weltkrieg einen Flottenstützpunkt benötigten. Für uns als alte Ostseesegler interessant: der Import von Zucker und Roh-Rum (“Killdevil” genannt) von hier in die damals zu Dänemark gehörende Stadt Flensburg, wo er verschnitten und gelagert wurde. Über 200 Rum-Häuser soll es zur Blütezeit im 18. Jahrhundert in Flensburg gegeben haben, zwei gibt es noch heute und so bleibt die heute norddeutsche Stadt dem Rum verbunden (und wir mit ihr 😊).

Dänischer Friedhof im Wald oberhalb der alten Zuckerfabrik

Wir sind nicht allein hier. Weißwedelhirsche beäugen uns aus den Bäumen heraus, scheinen aber über unsere Anwesenheit weniger verdutzt als wir über ihre:

Jetzt beginnt der eigentliche Hike auf dem Cinnamon Bay Trail. Wobei, “Hike” kommt etwas dramatischer daher als es ist. Würde es auf den etwa eineinhalb Kilometern nicht rund 300 m nach oben gehen, es wäre einfach nur ein schöner Waldspaziergang mit tollen Ausblicken. Aber so ist es bei rund 30 Grad doch ganz schön anstrengend für unsere das nicht mehr gewohnten Beine.

Gut, der Wald sieht irgendwie anders aus als gewohnt. Fächerpalmen (Coccotrinax Alta) sind hier – wie schon in den Ruinen – weit verbreitet. Es sind die einzigen natürlicherweise hier einheimischen noch vorkommenden Palmen. Ihre breiten Blätter wurden früher zu Dächern der Hütten verarbeitet, sie wurden als Besen benutzt und z.B. zu Fischfallen geflochten.

Und noch eine zweite Pflanze kommt erstaunlich häufig vor. Mitten im Wald, an den unzugänglichsten Steilhängen wachsen Papayas. Wie uns Locals erzählen, hat die Verbreitung nach dem letzten Hurrikan deutlich zugenommen. Das finden vor allem die Vögel klasse, hier tut sich eine Perlaugen-Spottdrossel an der Frucht gütlich:

Wir kommen leider nicht dran (nächstes Mal sollten wir vielleicht einen Apfelpflücker mitbringen 😂). Aber die tollen Ausblicke des Wanderwegs können auch wir genießen:

Unten warten Flora und der Strand auf uns. Wer kann diesem Wasser schon widerstehen 😉. Also den gleichen Weg wieder runter, für heute reicht das auch.

Obwohl, eigentlich auch wieder nicht, denn zwar findet sich am Strand vom einem Leguan nur die verräterische Spur, aber beim Schnorcheln haben wir dann doch eine weitere tierische Begegnung.

Eine Meeresschildkröte (ich tippe auf Echte Karettschildkröte, kann sie aber nicht gut von der Unechten mit etwas dickerem Kopf und fünf statt vier Rippenschilden auseinanderhalten), jedenfalls immer wieder beeindruckend für uns.

Antigua

Türkisfarbenes Wasser, Palmen, feine weiße Sandstrände, das sind wohl die gängigsten Klischees über die Karibik. Auch wir konnten uns davon nicht ganz frei machen. Ein Charterurlaub 2007 auf den Bahamas hatte uns zwar schon deutlich gezeigt, dass wir mit Palmen keineswegs überall zu rechnen haben, dafür aber die beiden anderen Klischees so wunderbar bedient, dass sie sich eher noch verfestigt hatten.

Jetzt sind wir schon über zwei Monate in der Karibik, ABER: auf den von uns besuchten kleinen Antillen, von Carriacou bis hoch nach Guadeloupe war es wunderschön, allerdings ganz überwiegend ohne dabei die drei karibischen Hauptklischees so richtig zu bedienen. Lediglich in den Tobago Cays und auf Sandy Island blitzte dieses Bild deutlicher auf, ansonsten jedoch zeigten sich uns die Inseln zwar nicht weniger begeisternd, aber eben doch anders als auf den Fototapeten in den Partykellern unserer Jugend 😉.

Bisher. Und dann kamen wir auf Antigua an.

Ankerbucht vor Jolly Harbor
Und heute, zwei Buchten weiter nördlich, in der Deep Bay,
genau vor diesem Strand.

Und wenn man am Ende es Strandes zur Ruine von Fort Barrington hinaufklettert, bietet sich dieser Blick hinunter auf die Deep Bay, den Salzsee (Salt Pond) links davon und ganz links die Einfahrt zur Hauptstadt St. John’s.

Wobei, einen Yachthafen gibt’s dort in der Hauptstadt nicht, wohl aber Terminals für Kreuzfahrer. Gleich vier liegen heute an den Piers, sie dürften damit nur um ein Geringes weniger Passagiere und Besatzungsmitglieder beherbergen als St. John’s Einwohner hat (nämlich etwa 20.000). Offenbar möchten auch viele andere die Karibik gerne so sehen, wie man sich die Karibik eben wohl vorstellt.

Übrigens, trotz der Sichtnähe von der Fort-Ruine aus, der Strand unserer Bucht war heute den ganzen Tag über alles andere als überfüllt, selbst wenn zwei der großen Ausflugskatamarane gleichzeitig angelandet und ihre Passagiere für den Badestop entladen hatten. Eigentlich kein Wunder, rühmt sich Antigua doch, gleich 365 Strände zu haben. Nun muss man sich sicher der bemühten „für jeden Tag einen“-Zählweise nicht anschließen (auf Dominica soll es genau 365 Flüsse geben 😉), aber die zerklüftete Küste mit ihren vielen Einschnitten und Buchten bietet tatsächlich eine große Zahl an Sandstränden, weil um den vulkanischen Ursprung herum gehobene Korallenriffe die Küstenlinie bilden.

Die Schildkröten und Pelikane in „unserer“ Bucht passen ebenfalls in die Bilderbuch-Karibik, sie zeigen sich zahlreich und auch dicht an der Flora.

Sieht immer ein bisschen angestrengt aus, das Luftschnappen für das nächste elegante „Fliegen“ unter Wasser.

Nur das Wasser spielt dann doch noch nicht ganz mit. Ja, karibisch warme 27 Grad hat es, und diese wunderbare türkise Farbe auch. Nur ist es hier nicht sehr klar, von der Badeleiter der Flora aus können wir nicht das untere Ende unseres Ruders erkennen. Das könnte am etwas lehmigen Ankergrund hier und in der letzten Bucht liegen oder vielleicht ist es auch nur temporär. Wir hoffen, dass die Schnorchelspots im Norden der Insel uns noch mit klarerem Wasser verwöhnen werden.

Deshaies

Der kleine bunte Ort Deshaies im Scheitel unserer Ankerbucht liegt so idyllisch mit palmenbestandenem Strand vor grünen Hügeln, dass ihn die Location-Scouts zum Schauplatz der erfolgreichen BBC-Krimi/Komödienserie „Death in Paradise“ gemacht haben, wobei er das immer wieder erschütterte Paradies offenbar so gut repräsentiert, das die Serie mittlerweile in die 8. Staffel gegangen ist (in 🇩🇪 über ZDF Neo oder Amazon Prime).

Da die Serie fast ausschließlich hier gedreht wird, sind nicht nur die fiktive Honoré-Polizeistation des Films sondern auch diverse andere Gebäude als Drehorte wiederzuerkennen, man läuft quasi am Set herum und wundert sich, wenn im Krimi ein Aquarium aus einer Zoohandlung geschleppt wird, in dem Gebäude aber in Wahrheit die Bäckerei unsere Morgencroissants und Baguettes verkauft (ja, wir sind schließlich in Frankreich, nicht wie im Film auf einer zu England gehörenden Karibikinsel). Nebenbei: Eine Zoohandlung haben wir bisher in der Karibik überhaupt noch nicht gesehen und ein Aquarium wäre hier eigentlich auch eine Frechheit, die gibt’s hier höchstens für die Langusten, bevor sie auf den Grill kommen 😉.

Der Strand, an dem das Häuschen des Kommissars liegt, findet sich allerdings etwas entfernt. Es gibt mehrere Wege dorthin, wir packen die Badesachen ein und entscheiden uns für den schönen Hike über den Hausberg nördlich der Ankerbucht, den Gros Morne.

Die durchaus fordernde Kletterei durch den Wald am späten Vormittag (Ingo: „Nur Esel und Deutsche laufen in der Mittagshitze!“) wird aber belohnt durch den wunderschönen und trotzdem ziemlich leeren Sandstrand der Grande Anse auf der anderen Seite.

Video: HIER klicken.

Nach dem Bad folgen wir einem Trampelpfad durch die Büsche, denn Ingo hat dort die urige Strandbar „Chez Samy“ ausgemacht, die Freunde uns empfohlen hatten. Erst mal ein Bier, dann kredenzt uns Samy seine Version eines Ti Punch, fährt dazu Essen auf, schenkt nach, bringt eine Trink-Kokosnuss, die er am Tisch öffnet. Am Ende zahlt jeder von uns weniger als 8 Euro. Das Ambiente ist sicherlich nix für Hygienefanatiker, aber uns hat’s richtig gut gefallen.

Samy in Action

Angeschiggert wie wir sind nehmen wir den Rückweg dann lieber über die ohnehin kürzere Schotterpiste, die von „Chez Samy“ wieder nach Deshaies führt.

Im Ort versorgen wir uns an einem der Restaurantstände an der Straße noch mit Accras (frittierte karibische Stockfisch- oder manchmal auch Gemüsebällchen) und anderen Leckereien für ein spontanes Abendessen an Bord der Easy-One. Die Sonne geht gerade unter, als wir damit den Dinghysteg erreichen.