Leinen los.

Ja. Wir sind los. Festmacher und Stromkabel sind in den Backskisten verstaut, wir sind tatsächlich unterwegs. Was geht uns durch den Kopf? Es fühlt sich noch etwas unwirklich an, während langsam an Backbord Korfu und an Steuerbord die Küste von Albanien vorbeizuziehen scheint. Es ist (außer in der Engstelle im Norden von Korfu) nicht viel Wind. Wir motoren. Wir segeln. Wir motoren. Wir segeln. Wir kommen langsam an auf Flora.

Eigentlich waren wir seit vorgestern „Liveaboards“, aber im Hafen, in unserem Heimathafen seit zwei Jahren, fühlte sich das überhaupt nicht so an. Eher wie Murmeltiertag in der Vorbereitungsphase.

Jetzt hier vor Anker, in der herrlichen Bucht im Süden von Erikoussa, mit dem Sonnenuntergang hinter dem Ort, jetzt trauen wir uns langsam zu glauben, dass wir wirklich den Schritt in ein neues (oder jedenfalls anderes) Leben gemacht haben. Der neue Alltag fängt nicht schlecht an.

(Ohne Filter oder Nachbearbeitung!)

Saisonstart-Anreisemarathon

Wir sind unterwegs – allerdings erst ZUM Boot. Das erste und wohl auch einzige Mal fahren wir mit dem Auto nach Griechenland. Na ja, eigentlich ist es eher eine kombinierte Anreisestaffel: erstmal von Hamburg nach Würzburg – dort haben wir heute Nacht Dillas 50. Geburtstag mitfeiern dürfen -, von dort aus dann die restliche Nacht (mit zwei kurzen Schlafpausen auf Raststätten) weiter bis Venedig. Und da warten wir jetzt gerade auf die Fähre nach Igoumenitsa, die sich leider um zwei Stunden verspätet. Kommt nicht so drauf an, es wird dann eh eine 25stündige „Kreuzfahrt“ die Adria hinunter. Morgen am späten Nachmittag werden wir dann die Anschlussfähre nach Korfu nehmen.

Warum das Ganze? Bisher haben wir alles Notwendige im Fluggepäck mit zur Flora gebracht, aber jetzt, sozusagen in der Abschlussvorbereitung, hat doch einiges angesammelt:

Ein bisschen Kofferraum-Tetris war angesagt, schließlich musste neben den im letzten Blogbeitrag angesprochenen 100 m Ankerkette und 30 kg Spade-Anker noch einiges mehr mit: ein kompletter 2. Autopilot (mit Bedienteil, Kompass, Computer und Ruderlagengeber), EPIRB, (2.) Handfunke, Notantenne, Servicekit für den Dieselgenerator, Befestigungskit und Ersatzrotorblätter Windgenerator, Ersatzseewasserpumpe Motor, Seekarten, Bücher und Seehandbücher, Leesegel, Fenderbrett, Treibanker, IridiumGo incl. externe Antenne, neuer Triducer, diverse Ersatz- bzw. Verbrauchsteile (wie Thermostat, Relais, reichlich Öl, Diesel- und Wasserfilter, Impeller, Opferanoden, etc), Bluetooth-Armbänder, MOB-AIS-Sender, umfangreiche Bordapotheke, Defibrilator, ein Tauch-Notfallset mit 2kg-Sauerstoffflasche incl. Zubehör, Borddrucker, Ventilator, diverses zusätzliches Werkzeug einschließlich Fein Multimaster, ein paar Chemikalien (Boracol, Grotamar), Grabbag, Hochdruck-SUP-Pumpe, Matratzenauflage, Moskitonetz, Sonnenhüte, zusätzliche Feuerlöscher, ein Klappstuhl, Kochtöpfe, Küchenutensilien, Kamerazubehör, natürlich auch Klamotten (und ganz sicher noch einiges mehr, das tief in Kartons und Taschen verborgen ist, mir aber im Moment gerade nicht einfällt 🤔).

Wir konnten es aber so packen, dass wir noch etwas Sicht nach achtern hatten.

Der Countdown läuft: Safety at sea

Noch ist die Zeit des Winterschlafes für Flora und der Vorbereitung für uns.

Ende Februar haben wir in Elsfleth einen „safety at sea“-Kurs besucht. Handhabung von Rettungsmitteln stand dabei ebenso auf dem Programm wie Brandbekämpfung, Leckabwehr, Yachtführung, Auffrischung des (ohnehin leicht veralteten) Erste-Hilfe-Kurses aus der Führerscheinprüfung 😉 und nicht zuletzt praktische Erfahrungen mit dem Einsatz der eigenen Rettungsweste (inclusive Luft ablassen, wieder aufblasen, Licht ein- und ausschalten, Spraycap benutzen), dem Zusammenbleiben und Fortbewegen in der Gruppe, dem Einsatz (und Einsteigen) in die Rettungsinsel bei reichlich Seegang in dunkler Nacht, das Besteigen einer Jakobsleiter und die realistisch simulierte Abbergung auf die Yacht und in den Hubschrauber.

Einiges war (theoretisch) bekannt, vieles neu, insbesondere in der Praxis! Ganz lieben Dank an Silja und Jan, die uns in den von ihnen organisierten Kurs einbezogen haben.

Unser neuer Blog

Eine neue Lebensphase steht bevor und daher starten wir unseren neuen Blog.

Mit unserer Segelyacht Flora, einer Hallberg-Rassy 43 MK II, wollen wir ab Sommer 2019 auf Langfahrt gehen.

Wir haben Flora am Anfang Juli 2017 gekauft und damit sind eigentlich auch gleich die Vorbereitungen für unsere Blauwasserfahrt aus dem reinen Gedankenstadium in die praktische Umsetzungsphase übergegangen.

Natürlich galt es dann erst einmal, uns mit Flora vertraut zu machen, das ein oder andere noch nachzurüsten und uns selbst auch möglichst gut auf das vorzubereiten, was da an Neuem auf uns zukommen wird.